02.01.2013, 16:29

Schwaben-Debatte Bilkay Öney sieht Berlin gut gerüstet für Binnenmigration


Die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) sieht keine „Verschwabung“ Berlins

Foto: Bernd Weissbrod / dpa

Die baden-württembergische Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) sieht keine „Verschwabung“ Berlins Foto: Bernd Weissbrod / dpa

Die baden-württembergische Ministerin widerspricht der Aussage ihres Parteifreundes Wolfgang Thierse, wonach Berlin ein Schwabenproblem habe.

Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) kann die Debatte um die vermeintliche Schwaben-Plage in Berlin nicht nachvollziehen. "In Berlin gilt der Grundsatz des Alten Fritz": Jeder soll nach seiner Fasson selig werden", sagte die 42 Jahre alte Ministerin am Mittwoch in Stuttgart. Öney, die in der Türkei geboren wurde, wohnte seit ihrem dritten Lebensjahr in Berlin, bevor sie 2011 ins Schwabenland wechselte.

Berliner auf Vielfalt eingestellt

Die Weltmetropole Berlin ziehe viele Menschen an, "auch viele Binnenmigraten innerhalb Deutschlands". Die Berliner seien gut auf diese Vielfalt eingestellt. Wenn Schwaben nicht "Schrippe" sondern "Wecken" sagten, sei das für sie kein Drama.

Im Gegenteil: Der Berliner würde locker reagieren und sagen: "Davon jeht die Welt ooch nich unter", sagte Öney und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "obwohl es korrekterweise natürlich "Brötchen" heißen muss."

Öneys Parteifreund Wolfgang Thierse hatte sich in einem Zeitungsinterview abfällig über die Schwaben in Berlin geäußert. "Ich ärgere mich, wenn ich beim Bäcker erfahre, dass es keine Schrippen gibt, sondern Wecken", sagte er. "In Berlin sagt man Schrippen – daran könnten sich selbst Schwaben gewöhnen."

(dpa/oje)
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