26.12.12

Meningokokken

Passivrauch erhöht Gefahr von Hirnhauterkrankungen

Rauchen in Gegenwart von Kindern gilt schon länger als Gesundheitsgefahr für den Nachwuchs. Welchem Risiko sie dabei genau ausgesetzt sind, haben Forscher nun in einer Metastudie untersucht.

Foto: ddp

Passivrauch ist schädlich: Für Kleinkinder, die dem Qualmdunst ausgesetzt sind, verdoppelt sich das Risiko, eine Meningokokken-Erkrankung zu bekommen
Passivrauch ist schädlich: Für Kleinkinder, die dem Qualmdunst ausgesetzt sind, verdoppelt sich das Risiko, eine Meningokokken-Erkrankung zu bekommen

Sind Kinder zu Hause Zigarettenrauch ausgesetzt, leiden sie deutlich häufiger an schweren Meningokokken-Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen. Das zeigt eine Metastudie britischer Forscher, die im Fachjournal "BMC Public Health" erschienen ist. Das Risiko, an einer solchen Infektion zu erkranken, ist demnach bei Kindern in Raucherhaushalten doppelt so hoch.

Am gravierendsten sei der Effekt, wenn die Mutter während der Schwangerschaft zum Glimmstängel greife, schreiben die Wissenschaftler. Mit ihrer Untersuchung bestätigt das Team um Rachael Murray von der Universität Nottingham Ergebnisse vorheriger Studien.

Zu den Meningokokken-Infektionen zählen alle Krankheiten, die durch das Bakterium Neisseria meningitidis ausgelöst werden. Dazu gehören bakterielle Hirnhautenentzündungen (Meningitis), aber auch Krankheiten wie das gefährliche Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, eine besonders schwere Form des septischen Schocks.

Meist Kleinkinder betroffen

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) verlaufen etwa zwei Drittel der Erkrankungen als Meningitis, bei rund einem Drittel kommt es zu einer Blutvergiftung (Sepsis). Neisseria meningitidis siedeln sich im Nasen-Rachen-Raum an und werden durch Tröpfcheninfektionen übertragen. Einige Menschen tragen das Bakterium auch in sich, ohne Symptome zu entwickeln. Eine Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten – doch die meisten Neuerkrankungen gibt es dem RKI zufolge bei Kindern im ersten und zweiten Lebensjahr.

Betroffene werden mit Antibiotika behandelt. Für einige der zwölf Subgruppen des Erregers gibt es zudem eine Impfung. Bei schneller medizinischer Hilfe komme es beim Großteil der Erkrankten zur vollständigen Genesung, schreiben die Forscher. Doch bei rund einem Sechstel der Fälle hinterlasse die Infektion Spuren – etwa geistige Behinderungen, Taubheit oder Epilepsie.

18 Studien ausgewertet

Deutliche Hinweise darauf, dass bei Kindern ein Zusammenhang zwischen Passivrauch und schweren Meningokokken-Erkrankungen besteht, gab es bereits zuvor. Um diese zu untermauern, durchforstete das Team um Murray nun vier wissenschaftliche Datenbanken zum Thema. Die Auswertung von 18 passenden Studien ergab, dass Passivrauchen zu Hause bei Kindern das Risiko einer Erkrankung verdoppelt. Für Kinder unter fünf Jahren war es noch höher.

Bei Kindern, deren Mutter während der Schwangerschaft rauchte, war das Erkrankungsrisiko sogar fast dreimal so hoch – dies wurde allerdings nur bei einer der einbezogenen Studien untersucht. "Wir können nicht mit Sicherheit sagen, wie Tabakrauch diese Kinder beeinflusst", teilte Murray mit. "Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen jedoch übereinstimmende Beweise, dass Rauchen während der Schwangerschaft und in der Gegenwart von Kindern schädlich ist."

Quelle: dpa
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