20.12.12

Helmut Schmidt

"Habe keinen Vortrag unter 15.000 Dollar gehalten"

Rückendeckung für Peer Steinbrück: Altkanzler Helmut Schmidt betont, dass jeder Vortrag des SPD-Kanzlerkandidaten sein Geld wert gewesen sei. Schmidt selbst habe früher hohe Honorare erhalten.

Foto: dpa

Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) spricht Ende Oktober in Hamburg bei der Preisverleihung des Helmut-Schmidt-Journalistenpreises
Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) spricht Ende Oktober in Hamburg bei der Preisverleihung des Helmut-Schmidt-Journalistenpreises

Altkanzler Helmut Schmidt hat den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück in der Debatte über hohe Nebeneinkünfte und Vortragshonorare offensiv verteidigt.

Im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo hob Schmidt hervor, dass er sich an Steinbrücks Stelle auf die Debatte gar nicht eingelassen hätte: "Ich hätte gesagt, diese Vorwürfe sind ein billiger Appell an die Neidgefühle kleiner Leute", sagte Schmidt dem "Zeit"-Magazin.

Die Öffentlichkeit müsse hinterfragen, "ob die Vorträge, die er gehalten hat, das Geld nicht wert gewesen sind" – denn der Altkanzler ist überzeugt: "Offensichtlich waren sie es wert."

Schmidt bereue es nicht, Steinbrück persönlich ins Rennen um die Kanzlerkandidatur geschickt zu haben, auch wenn sich die CDU große Mühe geben werde, die Debatte über Steinbrücks Nebeneinkünfte möglichst lange am Leben zu erhalten: "Diese ganze Honorargeschichte ist ziemlich albern."

Nie weniger als 15.000 Dollar verlangt

Schmidt selbst habe bei Vorträgen hohe Honorare verlangt: "Ich habe es mir zur Regel gemacht, keinen Vortrag für weniger als 15.000 Dollar zu halten." Zu diesem Zeitpunkt sei er jedoch kein Abgeordneter mehr gewesen.

Manche Gastgeber hätten ihm 20.000 gezahlt, manche sogar 50.000 – teilweise habe er aber auch auf ein Honorar verzichtet, wenn ihm der Gastgeber anständig erschien.

Deutliche Worte fand Schmidt auch für die Rüstungsexportpolitik der jetzigen Bundesregierung. "Deutschland ist heute der drittgrößte Exporteur von Kriegswaffen auf der ganzen Welt, nach den USA und Russland. Das halte ich für eine ganz schlimme Entwicklung", sagte Schmidt dem "Zeit"-Magazin.

Das bedeute, "dass wir zu der Nichtfriedfertigkeit der ganzen Welt beitragen, und zwar in einem unerhörten Ausmaß", sagte der SPD-Politiker.

Rüstungspolitik als Wahlkampfthema

Schmidt gab seiner Partei den Rat, das Thema im bevorstehenden Bundestagswahlkampf zur Sprache zu bringen. "Ich würde, wenn ich Wahlkämpfer wäre, dieses Thema nicht aussparen." Friedfertigkeit müsse eine Grundeigenschaft eines jeden Politikers sein, hob der Altkanzler hervor.

"Ein Politiker, der den Willen zum Frieden nicht zu seinen Grundwerten zählt, ist ein gefährlicher Mensch." Zuletzt waren besonders deutsche Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien auf scharfe Kritik gestoßen.

Quelle: dpa/mcz
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