15.12.12

Übersicht

So schlagen sich die neuen Tablet-PCs im Test

Google, Microsoft, Apple und Amazon haben neue Tablet-PCs im Programm. Wie gut sind die Flachmänner und was taugen Billig-Tablets für rund 100 Euro? "Computer Bild" hat die neuen Geräte getestet.

Foto: Computer Bild

Medion Lifetab S9714:
Für 399 Euro gibt’s mit dem Lifetab S9714 (MD99300) von Medion ein gutes Android-Tablet mit üppigem Lieferumfang inklusive UMTS fürs Surfen im Mobilfunknetz. Dazu kommt eine einfache Handhabung – ein klarer Kauftipp nicht nur für den Gabentisch zu Weihnachten!
Design: 3,5/5; Handling: 4/5; Wertigkeit: 2,5/5; Lifestyle-Faktor: 2,5/5
Testnote: 2,33 (gut)
Stärken: Schneller Browser, Spiele laufen flüssig, viele Anschlüsse und Funkmöglichkeiten, spielt viele Formate ab, HDMI-Kabel mitgeliefert, kratzfestes Display und Gehäuse
Schwächen: Display nicht entspiegelt, blasse Farben, etwas schwache Ausdauer, lange Ladedauer
Test: Medion Lifetab S9714

44 Bilder

Konzerne, die sich bislang eher nicht als Hardware-Hersteller auftraten drängen auf den Tablet-Markt: Google, Microsoft, Amazon und Vodafone etwa wollen Apple ans Leder. Der Amazon Kindle HD ist zwar günstig, aber vor allem zum Shoppen und Lesen gedacht – alles andere funktioniert eher schlecht als recht.

Wer dagegen mit einem Tablet auch mal Büroarbeit ähnlich komfortabel wie am PC erledigen will, sollte sich lieber die neuen Windows-Tablets anschauen. Die kommen per UMTS zwar auch unterwegs ins Netz, sind aber viel teurer. Und das Angebot an Apps ist bislang mager.

Ähnlich teuer, aber sehr hochwertig und mit Apps ohne Ende kommt Apples iPad-Familie. Ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten die neuen Android-Geräte, zum Beispiel die Nexus-Tablets von Google.

Was ist ein Tablet-PC?

Tablets sind flache tragbare Computer, die Sie per Touchscreen bedienen. Sie sind ideal, um im Internet zu surfen oder Fotos anzugucken. Die Funktionen lassen sich mit vielen, teilweise kostenlosen Programmen (Apps) erweitern.

Fürs Eintippen von Texten ist aber meist nur eine virtuelle Bildschirmtastatur verwendbar – für Vielschreiber umständlich. Googles Android und Apples iOS sind die verbreitetsten Betriebssysteme.

Bestenliste

Obwohl Verarbeitung, Display, Ausdauer und Geschwindigkeit des vierten iPads auf ganzer Linie überzeugen, drängelt sich noch ein Medion-Tablet davor. Verarbeitung und Display können zwar nicht mit Apple mithalten, aber das Aldi-Tablet punktet mit einer umfassenden Ausstattung, die sich positiv auf die Note auswirkt.

Nur einen Hauch hinter dem iPad 4 platziert sich das VivoTab RT von Asus mit Windows RT. Platz 4 geht an den neuen Pixel-König Google Nexus 10, gefolgt vom Microsoft-Tablet Surface RT. Für Apples iPad Mini bleibt in diesem Testumfeld Platz 6, Amazons Konsum-Tablet Kindle Fire HD landet aufgrund seiner Beschränkungen auf Platz 8.

In der Übersicht finden Sie auch viele Geräte (iPad 2, iPad 3, Nexus 7, Galaxy Note 10.1 ...), die nach mittlerweile aktualisierten Testkriterien bewertet wurden.

Prozessor

Der Prozessor gehört zu den wichtigsten Komponenten eines Tablet-PCs. Er sorgt dafür, dass Apps zügig starten und sich das Gerät flüssig bedienen lässt. Es gibt Modelle mit ein, zwei und vier Rechenkernen. Wobei mehrere Kerne einen Tablet-PC nicht zwingend schneller machen.

Auch andere Faktoren, wie der Arbeitsspeicher, tragen zur Gesamtperformance bei. In der Mittelklasse sind Zweikern-Prozessoren, sogenannte Dual-Core-Chips, mittlerweile Standard. Sie bieten für viele Anwendungsbereiche genug Leistung. Vierkern-Prozessoren, etwa Nvidias Tegra 3, spielen ihre Reserven in aufwendigen (Spiele-)Apps aus.

Bildschirmgröße und Auflösung

Viele Tablets haben eine Bilddiagonale von zehn Zoll (rund 25 Zentimeter) und eine Auflösung von 1280x800 Pixeln. Für die meisten Internetseiten und zum Lesen von Texten reicht das. Sieben-Zoll-Geräte sind handlicher, bieten aber abgesehen vom Nexus 7 (1280x800) nur 800x480 oder 800x600 Pixel, selten 1024x600.

Viele Internetseiten lassen sich damit nicht in ganzer Breite darstellen. Sie müssen den Bildausschnitt hin- und herbewegen. Das iPad Mini hat immerhin 1024x768 Bildpunkte. Herausragend ist die enorme Pixeldichte des großen iPads: 2048x1536 Bildpunkte bei 9,7 Zoll Bilddiagonale machen einzelne Pixel nur mit der Lupe erkennbar. Mehr bietet nur Googles Nexus 10 (2560x1600).

Bildqualität

Alle getesteten Tablets haben glänzende Bildschirme, da stören andere Lichtquellen leicht. Manche Displays sind extrem abhängig vom Blickwinkel: Bei schräger Perspektive verblassen die Farben und das Bild wird dunkler.

Im Test machte sich dieser Effekt bei den Geräten von Acer und Archos besonders bemerkbar. Die beste Bildqualität erzielten die Tablet-PCs von Apple und Samsung.

Tablets unter 200 Euro

Günstige Einsteigermodelle mit sieben oder acht Zoll großem Display gibt es schon ab 100 Euro. Viele Kandidaten arbeiten mit Android 4.0. Im Vergleich zu den teureren Tablets müssen Sie bei Tempo, Speicher, Ausstattung und Verarbeitung Abstriche machen.

Coby spart an der Google-Zertifizierung und verzichtet damit auf den Zugang zum Android-Store Google Play. Durch diverse Anpassungen beschneidet auch Amazon den Kindle Fire HD 7 um Funktionen, die bei den meisten Tablets zum Standard gehören.

Die besten getesteten Geräte unter 200 Euro sind das Odys Xpress Pro und das Prestigio Multipad 5080 Pro. Beide bekommen (nach den Testkriterien bis November 2012) die Testnote 2,89 ("befriedigend").

Speicherplatz und Anschlüsse

Viele Tablets verfügen über mindestens 16 Gigabyte (GB). Wer mehr Speicher braucht, rüstet eine microSD-Karte nach. Allerdings verzichten neben Apple auch Googles Nexus-Tablets, Amazons Kindles, Samsungs Galaxy Tab 10.1N, das VivoTab RT und das Archos 101 G9 Turbo auf diese Option.

Sofern das Tablet über eine USB-Buchse verfügt, achten Sie beim Anschluss von Festplatten oder USB-Sticks aufs Dateisystem: Mit NTFS haben Android-Tablets Probleme, nur FAT32 funktioniert. Beim Einsatz zu Hause ist manchmal der Betrieb an einem TV-Gerät sinnvoll, zum Beispiel um Fotos und Filme anzusehen; einige Tablets haben einen HDMI- oder Mini-HDMI-Anschluss.

Zugang zum Internet

Teurere Tablets haben abgesehen von WLAN ein UMTS-Modul. Das ermöglicht fast überall in Deutschland den Internetzugang per Mobilfunknetz – SIM-Karte mit Datentarif vorausgesetzt.

Den kommenden Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) unterstützen nur die wenigsten Tablet-PCs, auch das dritte und vierte iPad muss hierzulande (noch) passen.

Mehr zum Thema:

Echter Tablet-PC mit Windows 8: Microsoft Surface

Quelle: Computer Bild. Mehr Tests bei computerbild.de.

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