08.12.2012, 16:58

Altbundespräsident Zeugin widerspricht Wulff im Fall Glaeseker


Damals enge Vertraute: Glaeseker (l.) und Wulff im Juni 2010

Foto: Nigel Treblin / dapd

Damals enge Vertraute: Glaeseker (l.) und Wulff im Juni 2010 Foto: Nigel Treblin / dapd

Altbundespräsident Wulff hat erklärt, von kostenlosen Urlauben seines ehemaligen Sprechers kaum etwas gewusst zu haben. Eine Zeugin will aber ein wichtiges Telefongespräch mitbekommen haben.

Im Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hannover gegen den früheren Sprecher von Altbundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker, gibt es laut einem Medienbericht eine neue Zeugin. Sie widerspricht Wulffs Aussage bei der Staatsanwaltschaft in mehreren Punkten, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" vorab berichtete.

Die Zeugin will während eines Urlaubs im Frühjahr 2010 erlebt haben, wie Glaeseker und der Eventmanager Manfred Schmidt nacheinander vom Mobiltelefon Glaesekers aus mit Wulff sprachen. Eine weitere Quelle bestätigte der Zeitung den Vorgang. Aus der Gesprächssituation sei demnach erkennbar gewesen, dass Glaeseker mit Schmidt seinen Urlaub verbringe.

Die Ermittler werfen Glaeseker Bestechlichkeit vor. Er habe von 2007 bis 2009 Sponsoren für den umstrittenen Nord-Süd-Dialog geworben, den der Unternehmer Manfred Schmidt veranstaltete. Als Gegenleistung soll Glaeseker kostenlos Urlaube bei Schmidt verbracht haben. Wulff hatte erklärt, er habe von den Gratistrips kaum etwas gewusst und mit Glaeseker während dessen Urlauben nie Kontakt gehabt.

Glaeseker und Schmidt weisen die Vorwürfe zurück und berufen sich auf eine schon länger bestehende, intensive Freundschaft. Mit dieser seien sie offen umgegangen, auch gegenüber Wulff.

(dapd/smb)
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