06.12.12

Deutschlandtrend

Bürger glauben an Untergang von Schwarz-Gelb

Die Deutschen halten eine große Koalition für das wahrscheinlichste Regierungsbündnis nach der Bundestagswahl 2013. Merkel büßt an Popularität ein. Und die Piraten sind noch unbeliebter als die FDP.

Foto: Infratest dimap

Der Deutschlandtrend im Dezember 2012

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Die schwarz-gelbe Koalition hat aus Sicht der Bürger kaum Chancen, nach der Bundestagswahl 2013 weiterzuregieren. Nur neun Prozent der Wahlberechtigten glauben, dass das Bündnis aus Union und FDP nach der Wahl Bestand hat, ergab der Deutschlandtrend des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" und der Berliner Morgenpost.

Mit 33 Prozent wird eine große Koalition für am wahrscheinlichsten gehalten, 28 Prozent rechnen mit Rot-Grün. 13 Prozent denken, dass Union und Grüne eine Koalition eingehen werden.

In der Sonntagsfrage verliert die Union im Vergleich zum Vormonat leicht um einen Punkt, ist aber mit 39 Prozent stärkste Kraft. Die SPD liegt unverändert bei 30 Prozent, die Grünen bleiben bei 14 Prozent. Die Linke wäre mit sieben Prozent (plus eins) sicher im Bundestag. Dagegen würden die FDP mit unveränderten vier Prozent und die Piraten mit drei Prozent (minus eins) den Sprung ins Parlament verpassen.

Kanzlerin büßt stark an Beliebtheit ein

Könnten die Deutschen den Regierungschef direkt wählen, würden sich 49 Prozent für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) entscheiden, vier Prozentpunkte weniger als Vormonat. Ihr SPD-Herausforderer Peer Steinbrück, der am Sonntag auf einem Parteitag offiziell nominiert werden soll, kommt auf 39 Prozent und legt damit drei Punkte zu.

In der Liste der wichtigsten Politiker hat Merkel deutlich an Zuspruch verloren, sie bleibt aber an der Spitze. 60 Prozent sind mit der Arbeit der Kanzlerin zufrieden, acht Prozentpunkte weniger als im Vormonat.

Dahinter folgen Verteidigungsminister Thomas de Maizière mit einer Zustimmung von 58 Prozent (plust drei Punkte) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) mit 57 Prozent (-8).

Wähler halten Brüderle für qualifizierter als Rösler

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft teilt sich mit einer Zustimmung von 56 Prozent (minus zwei) den vierten Platz mit SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier (keine Veränderung). Steinbrück verliert gegenüber dem Vormonat zwei Punkte und erreicht nur noch eine Zustimmung von 48 Prozent.

Nur knapp dahinter liegt Grünen-Fraktionschef und Spitzenkandidat Jürgen Trittin, der gegenüber dem Vormonat um sechs Punkte zulegt und auf eine Zustimmung von 45 Prozent kommt.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) kann fünf Punkte gut machen und kommt auf 42 Prozent. Abgeschlagen sind FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle mit einer Zustimmung von 31 Prozent (plus eins) und FDP-Chef Philipp Rösler, mit dessen Arbeit nur 19 Prozent ( minus drei) zufrieden sind.

57 Prozent glauben, mit Brüderle als Spitzenkandidat hätte die FDP bei der Bundestagswahl die besseren Chancen. Von Rösler glauben dies nur 17 Prozent.

Große Mehrheit befürwortet NPD-Verbot

Eine große Mehrheit der Deutschen ist für ein Verbot der rechtsextremen NPD: 73 Prozent der Befragten sprachen sich für ein Verbot der Partei aus, 22 Prozent waren dagegen.

Allerdings glauben 66 Prozent, dass ein Verbot der NPD vor allem ein symbolisches Zeichen wäre. Nur 28 Prozent sind der Ansicht, ein NPD-Verbot wäre ein wirksames Mittel, um den Rechtsextremismus in der Gesellschaft zurückzudrängen.

Für die Sonntagsfrage befragte Infratest Dimap vom 3. bis 5. Dezember 1501 Wahlberechtigte befragt. Die anderen Antworten basieren auf der Befragung von 1001 Bürgern am 3. und 4. Dezember.

Quelle: dapd/dpa/jw
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