30.11.12

Siemens-Tochter

Osram streicht auf dem Weg zur Börse Tausende Jobs

Vor dem anstehenden Börsengang will die Siemens-Tochter Osram kräftig sparen. Der Leuchtmittelhersteller schließt Werke und streicht erneut Tausende Stellen, die große Mehrheit davon im Ausland.

Foto: dpa

Der Schriftzug von Osram spiegelt sich in einer Glühlampe der Firma: Sie streicht nach einem starken Jobabbau in Deutschland auch im Ausland Tausende Stellen
Der Schriftzug von Osram spiegelt sich in einer Glühlampe der Firma: Sie streicht nach einem starken Jobabbau in Deutschland auch im Ausland Tausende Stellen

Die Siemens-Tochter Osram baut auf ihrem Weg an die Börse Tausende Stellen ab. Bis 2014 würden weitere 4700 Arbeitsplätze gestrichen, teilte das Unternehmen mit. Davon falle die große Mehrheit im Ausland weg, 400 seien es in Deutschland.

Verglichen mit dem Stand vom Herbst 2011, als der Traditionshersteller noch 41.000 Mitarbeiter hatte, will der Leuchtmittelhersteller künftig zwischen 7300 und 8000 Menschen weniger beschäftigen.

Osram drückt auf die Kosten

Osram-Chef Wolfgang Dehen drückt damit im Vorfeld der anstehenden Börsennotierung im kommenden Jahr auf die Kosten. Bis 2015 sollen die Ausgaben um insgesamt eine Milliarde Euro sinken, hieß es. Die Hälfte der Einsparungen solle über einen günstigeren Einkauf kommen.

Die Kosten für das Sparprogramm veranschlagte Osram auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Ziel der Aktion sei es, ein nachhaltiges Profitabilitätsniveau zu erreichen und neue Produkte schneller auf den Markt zu bringen.

Konkurrenz aus Asien

Von den 4300 Stellen, die der Börsenkandidat im Ausland abbauen will, würden etwa die Hälfte über Werksschließungen erreicht, sagte ein Firmensprecher. Ende 2011 betrieb Osram in 16 Ländern noch 44 Fabriken.

Osram steht durch die starke Konkurrenz aus Asien unter Druck. Seit der Verkündung der ersten Einsparrunde Anfang des Jahres sei der Preis für die zukunftsträchtigen Leuchtdioden (LED) im Durchschnitt um ein Fünftel gesunken, sagte ein Sprecher.

Das Unternehmen will darauf auch mit einer Änderung seiner Fertigungsstrategie reagieren. Während hochwertige Lampen wie etwa Autoscheinwerfer nach wie vor mit Osram-LEDs bestückt würden, sei es im hart umkämpften Markt der Allgemeinbeleuchtung auch denkbar, dass Osram die Dioden für seine Lampen bei Zulieferern einkaufe.

Siemens will Osram abspalten

Im Geschäft mit den Energie sparenden und langlebigen LED-Lampen geriet Osram zuletzt ins Hintertreffen. Vor allem die koreanischen Hersteller Samsung und LG setzen den Münchnern zu. In Deutschland läuft bereits eine Sparrunde. Binnen Jahresfrist hat Osram zuletzt weltweit bereits 2000 Stellen abgebaut.

Die Mutter Siemens will nicht mehr in das Lichtgeschäft investieren und plant, Osram abzuspalten und gut vier Fünftel der Anteile an seine Aktionäre zu verschenken. Je zehn Siemens-Aktien sollen die Eigner im nächsten Jahr einen Osram-Schein als Dreingabe erhalten.

Quelle: Reuters/cat
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  • Aufträge

    Siemens sitzt zwar noch auf einem prall gefüllten Auftragsbuch mit Bestellungen über rund 100 Milliarden Euro. Es hapert aber an Neuaufträgen – und damit am zukünftigen Geschäft. So sank im dritten Quartal (April bis Juni) der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um ein Viertel auf nur noch 17,8 Milliarden Euro. In den ersten neun Monaten konnte Siemens Neuaufträge über nur noch 55,46 Milliarden Euro verbuchen. Im Jahr davor waren es in den ersten neun Monaten noch 64,43 Milliarden Euro.

  • Jobs

    Siemens hat in den vergangenen eineinhalb Jahren netto rund 23.000 Stellen weltweit geschaffen. Zum 30. Juni waren im Unternehmen 370.000 Menschen beschäftigt, darunter 119.000 in Deutschland. Doch dem massiven Stellenaufbau, der in der Hoffnung auf stark wachsendes Geschäft erfolgte, steht bereits jetzt schon ein schleichender Jobabbau in vielen Bereichen gegenüber. So fallen bis 2016 insgesamt 500 Stellen beim Bau von Getrieben für Windräder weg, 490 Jobs bei den Transformatoren, 1500 Stellen in der Gesundheitssparte.

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