28.11.2012, 14:47

Luftverkehr Tod von 180-Kilo-Frau setzt Airlines unter Druck

Vilma Soltesz war gehbehindert, nierenkrank und wog über 180 Kilogramm. Gleich mehrere Airlines waren damit überfordert, die übergewichtige Frau in ihre Heimat zurück zu fliegen – nun ist sie tot.

Der Tod einer Passagierin, die wegen ihres Übergewichts nicht im Flugzeug mitgenommen wurde, hat die zwei Fluggesellschaften Delta und KLM in Erklärungsnot gebracht.

Der Witwer Janos Soltesz kündigte laut einem Bericht des US-Fernsehsenders CBS an, dass er die beiden Unternehmen wegen des Todes seiner Frau auf sechs Millionen Dollar (4,64 Millionen Euro) verklagen werde.

Soltesz war im September wie jedes Jahr mit seiner 56-jährigen Frau Vilma in den Urlaub in ihr Herkunftsland Ungarn geflogen. Diese Flugreisen waren mit großem Aufwand verbunden, denn Vilma Soltesz hatte nach einer Amputation nur noch ein Bein und wog über 180 Kilogramm.

Sicherer Transport nicht garantiert

Den für den 15. Oktober gebuchten Rückflug nach New York durfte die übergewichtige Frau nicht antreten, denn Soltesz konnte zwar an Bord des Flugzeuges gebracht werden, aber der sichere Transport von Vilma Soltesz konnte nicht garantieren werden. Der Kapitän der Maschine forderte Soltesz deshalb auf, das Flugzeug wieder zu verlassen. Während der Suche nach einer anderen Reisemöglichkeit starb sie schließlich.

KLM habe "die physische Unmöglichkeit" gesehen, Vilma Soltesz "gefahrlos" in Budapest an Bord zu nehmen, sagte Unternehmenssprecher Russel Cason. Dem Paar war daraufhin geraten worden, eine größere Maschine der Fluggesellschaft Delta von Prag aus zu nehmen.

"Unsere internen Berichte zeigen, dass das Delta-Personal fast eine Stunde lang versuchte, es einchecken zu lassen, aber es ist ihnen nicht gelungen", führte der Sprecher aus.

Neun Tage auf Flugsuche

Das Paar hatte daraufhin bei der Lufthansa nach einer Mitreisemöglichkeit gefragt, allerdings auch dort vergeblich. Insgesamt neun Tage dauerte die Suche nach einem Heimflug, wie CBS berichtete. Für Vilma Soltesz, die unter Diabetes und einer Nierenkrankheit litt, war dies zu lang – sie starb.

Soltesz' Anwalt Peter Ronai sagte CBS, KLM habe die Verantwortung übernommen, sie nach Ungarn zu bringen, und hätte sie daher auch zurückfliegen müssen. "Ich verstehe nicht, warum sie abfliegen konnte, aber nicht zurückkehren. Das ist vollkommen unlogisch", sagte der Anwalt.

(AFP/mh)
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