25.11.12

Bayern-SPD

Adam legt nach "Speichellecker"-Angriff Amt nieder

Der bayerische SPD-Politiker Michael Adam hatte die Landesleitung als "Speichellecker" beschimpft. Nun kündigte er an, sich in Zukunft zu mäßigen – und trat vom Vorsitz der SPD Niederbayern zurück.

Foto: dapd

Der Landrat von Regen, Michael Adam (SPD), hält inhaltlich an seiner Kritik fest – im Ton will er sich in Zukunft mäßigen
Der Landrat von Regen, Michael Adam (SPD), hält inhaltlich an seiner Kritik fest – im Ton will er sich in Zukunft mäßigen

Ein bisschen Frieden in der Bayern-SPD: Nach seiner heftigen Schelte auf Facebook gegen Landeschef Florian Pronold will sein parteiinterner Kritiker Michael Adam künftig auf derartige persönliche Attacken verzichten. Das erklärte er nach einem Treffen mit Pronold am Samstag in Plattling.

An seiner inhaltlichen Kritik aber hielt Adam fest – und kündigte erwartungsgemäß seinen vorzeitigen Rückzug vom niederbayerischen SPD-Vorsitz an. Derweil erhöhen weitere SPD-Politiker den Druck auf Pronold.

Der 27-jährige Adam, der als großer Hoffnungsträger in der SPD gilt, hatte vor einer Woche in einem Facebook-Beitrag gewettert, in der SPD-Landesleitung seien "nur Ja-Sager und Speichellecker erwünscht". Pronold habe versucht, fähige Leute "möglichst klein zu halten".

Adam zieht Äußerungen zurück

In einer gemeinsamen Erklärung teilten beide Politiker mit, sie hätten zweieinhalb Stunden lang ein "offenes und ehrliches Gespräch" geführt. Adam machte deutlich, dass die persönlichen Vorwürfe gegen Pronold zum damaligen Zeitpunkt "seinem Denken entsprachen".

Nach der Aussprache halte er sie "für die Zukunft jedoch nicht mehr aufrecht". Die inhaltlichen Kritikpunkte nahm Adam indes nicht zurück. Sie bedürften noch einer weiteren parteiinternen Diskussion, so die gemeinsame Sprachregelung der Politiker.

Aus zeitlichen Gründen hätten sie nicht in der dafür notwendigen Ausführlichkeit besprochen werden können.

Lieber Kommunal- statt Parteipolitik

Zwar erklärte Pronold, dass er damit für die Zukunft wieder die Basis für eine gemeinsame Zusammenarbeit sehe. Adam will sich jedoch zunächst voll auf seine Tätigkeit als Landrat von Regen konzentrieren und gibt dafür den niederbayerischen SPD-Vorsitz vorzeitig ab. Der für das Frühjahr 2013 angesetzte Parteitag des Bezirksverbands werde deshalb auf Anfang Februar vorgezogen, hieß es.

Schon in dem inzwischen gelöschten Facebook-Eintrag hatte Adam geschrieben, er sehne den Tag herbei, an dem er den SPD-Bezirksvorsitz abgeben dürfe, den er erst im vergangenen Jahr übernommen hatte.

Mit Blick auf die Landtagswahl 2013 bezeichnete Adam den Landesvorsitzenden als "Ballast". Er bekomme eine "Gänsehaut", wenn dieser ihn anrufe.

Ude versucht die Wogen zu glätten

Am Wochenende nahm die parteiinterne Kritik an Pronold weiter zu. Die SPD-Landtagsabgeordnete Adelheid Rupp sagte dem "Focus", die Parteispitze verhindere, dass fachlich kompetente SPD-Politiker zu Wort kämen.

Der bayerische Juso-Vizechef Thomas Asböck bezeichnete Pronold als "größten Mühlstein am Hals der Partei". Asböck forderte erneut, SPD-Spitzenkandidat Christian Ude müsse den Parteivorsitz übernehmen.

Ude setzt allerdings auf eine Beilegung des SPD-internen Streits. Pronold und Adam hätten sich ausgesprochen und "werden es wohl versöhnlicher fortsetzen". Zugleich zeigte Ude Verständnis für Adam: "Wer nicht als Rebell anfängt, hat eine triste Laufbahn vor sich." Auch Ude hatte einst kurz vor einer Landtagswahl seine Parteifunktionen aufgegeben, weil er mit Personalentscheidungen der SPD unzufrieden war.

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