24.11.12

NSU-Mordserie

Beate Zschäpe will auch vor Gericht schweigen

Nach dem Tod von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos ist sie das vermutlich letzte überlebende Mitglied der NSU-Terrorzelle. Doch Zschäpe will ihr langes Schweigen auch vor Gericht nicht brechen.

Foto: dapd

Beate Zschäpe wird eine Mittäterschaft bei zehn Morden und 15 Raubüberfällen, die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie besonders schwere Brandstiftung mit versuchtem Mord in drei Fällen vorgeworfen
Beate Zschäpe wird eine Mittäterschaft bei zehn Morden und 15 Raubüberfällen, die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie besonders schwere Brandstiftung mit versuchtem Mord in drei Fällen vorgeworfen

Die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe will nach Angaben ihrer Anwälte auch vor Gericht schweigen. Sie seien sich mit Zschäpe einig, dass diese keine Angaben zur Sache machen werde, sagten ihre Verteidiger der "Süddeutschen Zeitung".

"Wir mussten Frau Zschäpe nicht dazu überreden", betonte ihr Kölner Anwalt Wolfgang Heer. Ob diese Ankündigung für die gesamte Dauer des Prozesses Bestand haben werde, stehe allerdings nicht fest.

"In einem Hauptverfahren sind viele Entwicklungen möglich, die man nicht vorhersagen kann. Derzeit gilt: Frau Zschäpe wird schweigen", sagte ihre Berliner Anwältin Anja Sturm. Zschäpe hatte in dem seit zwölf Monaten andauernden Ermittlungsverfahren die Aussage verweigert.

Mittäterschaft Zschäpes bestritten

Die 37-Jährige muss sich als Mitglied der Organisation Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) und als Mittäterin verantworten. In früheren Interviews hatten die Zschäpe-Anwälte bereits bestritten, dass Zschäpe als Mittäterin an der NSU-Mordserie beteiligt gewesen sei.

Neben Zschäpe sind auch vier mutmaßliche Unterstützer und Helfer der sogenannten Zwickauer Zelle angeklagt, darunter der frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben. Der Prozess soll nach dem Willen der Bundesanwaltschaft in München stattfinden, der Termin ist noch offen.

Anwälte beklagen "Vorverurteilung"

Die Verteidiger warfen Generalbundesanwalt Harald Range eine Vorverurteilung vor, weil er frühzeitig über eine Kronzeugenregelung gesprochen und diese abgelehnt habe. Hinter der Debatte über die Kronzeugenregelung stehe die Annahme, dass Zschäpe in allen Anklagepunkten verurteilt werde. Davon aber sei nach den Worten der Anwälte nicht auszugehen.

Quelle: dpa/dapd/nib
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