24.11.2012, 01:24

Milliardenkosten Steinbrück stimmt auf Kreditausfall Athens ein

Foto: JOHANNES EISELE / AFP

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück schließt hohe Kosten für den Steuerzahler wegen der Griechenland-Hilfen nicht aus. Die Griechen bräuchten „Brücken“ bis sie die Kapitalmärkte wieder anzapfen könnten.

Nach FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat jetzt SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück die Deutschen auf mögliche Milliardenverluste wegen der Griechenland-Hilfe eingestimmt. "Man muss den Bürgern sagen, dass es zum Ausfall der Griechenland-Kredite kommen kann", sagte Steinbrück der Zeitung "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht.

"Wir Deutschen müssen Opfer bringen für den Zusammenhalt Europas. Wir sind längst in einer Haftungsunion. Griechenland wird in den nächsten acht Jahren nicht auf die Kapitalmärkte zurückkehren und braucht daher Brücken. Für diese Brücken müssen wir sorgen, und das kostet Geld."

Bislang haben wir keinen Cent bezahlt

Bisher habe Deutschland für Griechenland "keinen Cent bezahlt, weil wir nur Garantien übernommen haben. Aber es ist gut möglich, dass Garantien fällig werden", sagte Steinbrück.

Der frühere Bundesfinanzminister fügte hinzu: "Wir waren bereit, viel Geld für die deutsche Wiedervereinigung aufzubringen, die alle unsere Nachbarn trotz schlechter Erfahrungen mit uns begrüßt haben. Jetzt sollten wir uns die Frage stellen, was uns Europa wert ist."

Griechische Rettungspaket wird vielleicht aufgestockt

Am Mittwoch bereits hatte Brüderle gesagt, bei den Hilfen an Griechenland gehöre zur Redlichkeit dazu, "zu sagen, das wird nicht mit Null abgehen". Zu einer "Stunde X" würden die Rettungsmaßnahmen auch Geld kosten. Wie viel dies sein werde, könne aber niemand seriös sagen. So sei unklar, wie schnell und wie nachhaltig die griechische Wirtschaft anspringe.

Griechenland wird aktuell mit einem zweiten Bürgschaftspaket von 130 Milliarden Euro gestützt, das möglicherweise noch aufgestockt wird.

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