23.11.12

Mückenplage

Griechenland droht Rückkehr der Malaria

Als hätte das krisengeschüttelte Land nicht schon genug Probleme: Nun droht die Rückkehr der seit 1974 offiziell ausgerotteten Malaria. Neue Mückenpopulationen treten als Überträger auf.

Foto: Science/Courtesy_CDC_and_Jim_Gat

Ein Weibchen der Anopheles-Mücke bohrt ihren feinen Stechrüssel tief in die Haut ihres menschlichen Opfers und saugt sich mit Blut bis zum Vierfachen des eigenen Gewichts voll. Laut Forschern gibt es auch in Griechenland wieder Stechmücken, die die Krankheit verbreiten
Ein Weibchen der Anopheles-Mücke bohrt ihren feinen Stechrüssel tief in die Haut ihres menschlichen Opfers und saugt sich mit Blut bis zum Vierfachen des eigenen Gewichts voll. Laut Forschern gibt es auch in Griechenland wieder Stechmücken, die die Krankheit verbreiten

Der Malaria-Ausbruch in den südgriechischen Regionen Takonia und Ost-Attika beunruhigt griechische Wissenschaftler. Sie forderten jetzt die Regierung in Athen auf, dringend die Bekämpfung von Mücken als Überträger der oft tödlich verlaufenden Krankheit und die Beobachtung infizierter Menschen zu verbessern.

Doch die Forderung nach besserem Gesundheitsschutz ist das eine, die Umsetzung das andere. Das griechische Gesundheitssystem ächzt wegen der Schuldenkrise unter massiven Ausgabenkürzungen. Experten fürchten deshalb, dass Arme sowie Arbeits- und Obdachlose nicht die erforderliche Behandlung bekommen.

An der Malaria, die hohes Fieber und Schüttelfrost verursacht, sterben jedes Jahr weltweit Millionen Menschen. Die meisten der im vorigen Jahr erkannten Erkrankungen wurden von Reisenden aus Afrika und Asien eingeschleppt.

Neuerkrankungen werden heimischen Mücken zugeschrieben

Doch mittlerweile haben sich nach Angaben der Behörden eigene Mückenpopulationen gebildet, die als Überträger auftreten. So wurden 22 der in diesem Jahr registrierten 75 Neuerkrankungen heimischen Mücken zugeschrieben.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen forderte zur Eindämmung einen Gesundheitsschutz für alle. Natürlich sei es wichtig, die Lage zu beobachten und in die Kontrolle der Mückenschwärme Geld zu stecken, sagt Aposotolos Veizis von der Ärztevereinigung.

Kein Programm zur Bekämpfung der Krankheit

"Doch wenn Menschen nicht richtig und gründlich untersucht werden können, verliert man das Problem leicht aus den Augen." Veizis findet es beschämend, dass die Griechen kein Programm zur Bekämpfung der Krankheit hätten.

"Selbst in den ärmsten afrikanischen Ländern gibt es einen nationalen Plan. Das ist das mindeste, was ich von einem Mitgliedsland der EU erwarte." Die griechische Sektion von Ärzte ohne Grenzen hat ihre Tätigkeit unterdessen von der Subsahara in den Süden des eigenen Landes verlagert.

Experten wiesen darauf hin, dass die Eindämmung von Mücken und die Verhinderung infektiöser Stiche in dem Land, das jährlich von 16 Millionen ausländischen Touristen besucht wird, eine wirtschaftliche Notwendigkeit sein sollte. Bislang fehle es aber an einem abgestimmten Handeln.

Quelle: Reuters/oc
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