23.11.2012, 07:56

Geheimdienste Makler wirbt um Spione als Nachbarn für den BND

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Die neue Zentrale des Bundesnachrichtendienstes in Berlin ist eine begehrte Nachbarschaft. Das Interesse aus Osteuropa an Wohnungen vis-à-vis des deutschen Auslandsgeheimdienstes ist groß.

Wer wollte das nicht schon mal? Spionen bei der Arbeit zuzuschauen ist sicher eine spannende Angelegenheit, möglicherweise viel interessanter als das Fernsehprogramm. Das denken offenbar viele, und bilden auf dem Wohnungsmarkt sogar eine eigene Zielgruppe.

Diese sprechen Berliner Makler nun sogar gezielt mit einer besonderen Anzeige an: "Gegenüber BND: Altbauwohnung mit vielen Fenstern", lautet der Text einer aktuellen Annonce auf dem Berliner Wohnungsmarkt.

Beworben werden Eigentumswohnungen einer Immobilie schräg gegenüber dem Neubau des deutschen Auslandsgeheimdienstes an der Berliner Chausseestraße, wie die "Bild-Zeitung" berichtet.

"Spannend wird es bei russischen Interessenten"

Nach Auskunft des Verkäufers soll das Interesse an den Wohnobjekten sogar international sein. "Das Interesse aus Osteuropa an dem Objekt ist groß", sagte er der Zeitung. Und ein Innenexperte wird von der Zeitung mit dem Satz zitiert: "Spannend wird es, wenn Makler gezielt russische Interessenten anschreiben."

Der Berliner BND-Neubau ist das größte Bauprojekt des Bundes seit der Wiedervereinigung und kommt den Steuerzahler teuer zu stehen. Die Kosten stiegen seit der Planungsphase von 500 Millionen auf zunächst 720 Millionen, 1,3 Milliarden und jetzt womöglich sogar zwei Milliarden Euro.

In der Vergangenheit hatte es dabei immer wieder Pannen gegeben. So waren unter anderem Baupläne verschwunden.

Sicherheitsrisiko in der Nachbarschaft

Für die Errichtung des neuen BND-Dienstgebäudes in Berlin-Mitte wurde übrigens, anders als bei derartigen Großprojekten üblich, kein Generalunternehmer bestellt. So sollte verhindert werden, dass sämtliche Baupläne in einer Hand liegen und so leicht zur Beute fremder Geheimdienste werden könnten. Daher sind drei Planungsbüros mit der Projektleitung betraut, an dem Bau arbeiten zudem Dutzende Subunternehmer.

Und nun kommen wohl auch noch die neuen Nachbarn als Sicherheitsrisiko dazu.

(UC)
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