20.11.12

SMS-Ersatzdienst

"WhatsApp" wird für Android-Nutzer kostenpflichtig

Gratis-Ersatz für die alte SMS: Die Anwendung "WhatsApp" ist bei Millionen Smartphone-Nutzern täglich im Einsatz. Mit der kostenfreien Verwendung soll es allerdings bald vorbei sein.

Foto: WhatsApp

Bald nicht mehr kostenlos für Android-Nutzer? Der SMS-Ersatzdienst „WhatsApp“
Bald nicht mehr kostenlos für Android-Nutzer? Der SMS-Ersatzdienst "WhatsApp"

Zu den beliebtesten Apps für Smartphones gehören SMS-Ersatzdienste. Vor allem die Anwendung WhatsApp hat sich in den letzten Jahren zum Ärger der Mobilfunkanbieter quasi als Ersatzstandard für die alte SMS etabliert.

Dazu dürfte die Möglichkeit kostenlos – sieht man von Gebühren für den Datentransfer ab – Nachrichten, Bilder, Songs und Videos an andere WhatsApp-Nutzer schicken zu können maßgeblich beigetragen haben. Seit Monaten dominiert die Anwendung in Googles Play Store mit bislang über 100 Millionen Downloads die Kategorie "kostenlos". Mehr als zehn Milliarden Nachrichten laufen laut einer Mitteilung der Entwickler aus dem August täglich über ihre Server.

Doch mit der dauerhaften kostenlosen Kurznachrichten-Alternative könnte es bald vorbei sein. Laut Berichten in Blogs wie "Mobiflip" wurden nun erste WhatsApp-Nutzer aufgefordert für ein weiteres Jahr der Nutzung 0, 99 US-Dollar (etwa 80 Cent) zu zahlen. Eine aktuelle Stellungnahme von WhatsApp zu diesem Thema gibt es bislang noch nicht.

iPhone-Nutzer zahlen schon länger

In der App-Beschreibung und in den FAQs des Anbieters steht diese Bedingung für Android-Telefone schon länger. Dort heißt es, dass WhatsApp für ein Jahr gratis sei. Ist dieser Zeitraum um, könne der Nutzer kostenpflichtig verlängern. Auch für Blackberrys und Geräten mit Windows Phone und Nokia-Betriebssystemen gilt diese Richtlinie.

Bislang wurden nach einem Jahr jedoch noch keine Gebühren bei Android-Nutzern eingefordert. Das Abo wurde aus Kulanz automatisch kostenlos verlängert. Vermutlich ging es dem Anbieter zunächst darum, die Bekanntheit des Dienstes zu vergrößern.

Für iPhone-Nutzer ist die App allerdings seit jeher kostenpflichtig: Sie bezahlen für den WhatsApp-Download einmalig 89 Cent. Daran scheint sich auch in Zukunft nichts zu ändern. Umsteiger von iOS auf ein Android-System mit einer gleich gebliebenen Telefonnummer können theoretisch auch ihren WhatsApp-Account weiterhin kostenfrei nutzen. Der Nutzer wird nämlich über die Rufnummer verifiziert.

Ab wann Gebühren für ihr Android-Smartphone anfallen, können Nutzer schnell selbst herausfinden. In den Einstellung steht im Menü "Bezahlinformationen" unter "Läuft ab" das Datum, an dem der Beitrag erstmals theoretisch fällig wird.

Keine Werbung bei WhatsApp

Gerüchte über WhatsApp-Gebühren gibt es schon länger. Bislang erwiesen sich diese Angaben immer als Falschmeldungen. Doch die Finanzierung der Anwendung durch ein Bezahlmodell leuchtet ein: Die Macher verzichten bisher auf Werbeeinblendungen in ihrem Dienst. Auf Dauer wird der Betrieb von so einem erfolgreichen Messenger ohne große Einnahmen nicht möglich sein.

In den vergangenen Monaten wurde WhatsApp wiederholt von Datenschützern und Hackern attackiert. Vor allem Sicherheitslücken in der Anwendung sorgten für negative Schlagzeilen. Mittlerweile haben die Entwickler bei diesen Problemen aber nachgebessert.

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