20.11.12

Mondphasen

Dem Mond ist unsere Psyche völlig egal

Viele Ärzte sind sicher, dass es einen Zusammenhang zwischen psychischen Störungen und den Mondphasen gibt. Eine Studie zeigt, dass der Trabant unsere Seele offenbar nicht beeinflusst.

Von Pia Heinemann
Foto: picture alliance / Anka Agency I

Wölfe heulen bei Vollmond - soviel steht fest. Menschen hingegen sind gegen das fahle Leuchten unempfindlich geworden
Wölfe heulen bei Vollmond - soviel steht fest. Menschen hingegen sind gegen das fahle Leuchten unempfindlich geworden

Vollmondnächte sind unheimlich. Werwölfe und Wiedergänger lauern in den harten Schatten, die Bäume und Büsche auf Parkwege werfen. Kein Wunder also, dass sich selbst beim romantischen Mondscheinspaziergang schnell Ängste regen. Gruselig eben.

Und Neumond erst – da gibt es Werwölfe und Vampire, deren Populationszahlen sich in der jüngeren Zeit ja vervielfacht haben sollen. Kurzum: Der Mond, egal ob an- oder abwesend, lässt wohl niemanden kalt.

64 Prozent der Ärzte glauben an einen Zusammenhang

Doch nun haben Wissenschaftler einen überaus nüchternen Blick auf die Auswirkungen des Mondes auf die Emotionen des Menschen geworfen. Immerhin 80 Prozent der Pfleger und Krankenschwestern und 64 Prozent der Ärzte glauben an einen Zusammenhang zwischen Mondphasen und bestimmten Krankheitssymptomen.

Es scheint auch so nachvollziehbar, dass das Unheimliche sich das fahle Licht oder die Dunkelheit als Erscheinungsort sucht.

Doch die Forscher fanden dafür keine Evidenz. Ihr Schluss ist: Der Mond lässt den Menschen völlig kalt. "Es gibt keinen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Mondphasen und dem Auftreten psychischer Probleme", sagt Geneviève Belleville von der Laval's School of Psychology.

Sie hatte mit ihrem Team die Akten von 771 Patienten analysiert, die zwischen 2005 und 2008 in den Ambulanzen zweier Kliniken mit unerklärlichen Brustschmerzen eingeliefert wurden.

Lunare Phase lässt die Psyche kalt

Bei einer Mehrzahl der Patienten wurden psychische Störungen wir Panikattacken, Angststörungen, Stimmungsschwankungen und Suizidgedanken diagnostiziert.

Dann zogen die Forscher einen Mondkalender aus der Tasche und versuchten, einen Zusammenhang zwischen den lunaren Phasen und den Diagnosen zu finden. Doch bis auf eine Ausnahme fanden sie nichts.

"Eins ist nun völlig klar: Es gibt keine Vollmond- oder Neumondeffekt bei psychologischen Problemen", ist sich Belleville sicher. Aber hilft ein schnöder Befund gegen das Gruseln der Nacht?

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