19.11.2012, 19:04

Roman Maria Koidl Steinbrücks Online-Berater und die "Schlipswichser"

Foto: Karlheinz Schindler / picture alliance / ZB

Von Daniel Friedrich Sturm

Er kümmert sich um die Online-Aktivitäten von SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück: Roman Maria Koidl ist Unternehmer, Hedgefonds-Berater und Autor von Büchern mit Titeln wie „Scheißkerle“ und „Blender“.

Eine Kaffeeladenkette hat Roman Maria Koidl gegründet, eine Schokoladenfirma gekauft und einen Bestseller ("Scheißkerle") geschrieben. Künftig wird Koidl den SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück beraten.

Er habe ein Büro im Willy-Brandt-Haus bezogen und kümmere sich um Online-Aktivitäten des Kandidaten, erfuhr die "Welt" aus Parteikreisen. Die Männer in der SPD müssen sich warm anziehen.

Erst im Frühling veröffentlichte Koidl das Buch "Blender. Warum immer die Falschen Karriere machen". Darin erklärt er, was es mit den "Flitzpiepen, Intriganten, Luftpumpen und Schlipswichsern" im Büro so auf sich hat.

Spott über Gleichstellungsbeauftragte

Können die Frauen in der SPD, die sich von Steinbrück vernachlässigt fühlen, also aufatmen? Nun ja, über Gleichstellungsbeauftragte mit lila Schal spottet Koidl dummerweise auch.

Mit Roman Maria Koidl hat Steinbrück einen bunten Hund für sich verpflichtet, mit dem er das Interesse an Kunst, Literatur, Design und Hochseesegeln teilt.

Der 1967 geborene Unternehmer arbeitete einst bei Antenne Bayern, im Jahre 2000 übernahm er das insolvente Schokoladenunternehmen Most. Einen amerikanischen Hedgefonds beriet er ebenfalls.

Auch die SPD ist eine "Marke"

"Ich biete Schokolade, Kunst und Literatur", schreibt Koidl auf seiner Seite bei der Karriereplattform Xing – und er suche "Marken, Markenrechte, Unternehmen in Problemsituationen, Traditionsmarken".

Da hat Koidl mit Steinbrück und der SPD einen ziemlich guten Fang gemacht. Wer wollte bestreiten, dass der Herausforderer von Kanzlerin Angela Merkel eine "Marke" ist? Wer will eine "Problemsituation" bestreiten?

Und eine "Traditionsmarke" ist die älteste Partei Deutschlands ganz gewiss. Bleibt die Frage, ob Steinbrück künftig wie sein neuer Berater über "Flitzpiepen" und "Schlipswichser" herziehen wird.

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