17.11.12

Siegfried Kauder

CDU verpasst Volker Kauders Bruder eine Klatsche

Siegfried Kauder sitzt seit 2002 im Bundestag. Bei der Wahl im nächsten Jahr wollte der Bruder vom Unions-Fraktionschef Volker Kauder erneut antreten. Seine Partei aber verweigert die Gefolgschaft.

Foto: dpa

Siegfried Kauder wurden mangelnde Führung, fehlender Kontakt zur Basis und Fehlentscheidungen in Personalfragen vorgeworfen. Das wurde ihm jetzt zum Verhängnis
Siegfried Kauder wurden mangelnde Führung, fehlender Kontakt zur Basis und Fehlentscheidungen in Personalfragen vorgeworfen. Das wurde ihm jetzt zum Verhängnis

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Siegfried Kauder (61) ist im Kampf um eine erneute Kandidatur am Willen seiner Partei gescheitert. Beim Nominierungsparteitag am späten Freitagabend in Bräunlingen im Schwarzwald-Baar-Kreis sprach sich die Mehrheit der Delegierten gegen ihn aus.

In einer Abstimmung setzte sich der Vize-Chef der baden-württembergischen CDU, Donaueschingens Oberbürgermeister Thorsten Frei (39), gegen Kauder durch. Frei erhielt 68,6 Prozent der Stimmen, Kauder 31,4 Prozent.

Der Bruder von Unionsfraktionschef Volker Kauder sitzt seit 2002 für die CDU im Bundestag. Er ist Vorsitzender des Rechtsausschusses. Bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr wollte er erneut antreten. Doch weite Teile seiner Partei stellten sich jedoch gegen ihn.

Schwarzwald-CDU ist gespalten

"In dieser Deutlichkeit habe ich nicht mit einem Ergebnis gerechnet", sagte Frei. Er werde versuchen, den parteiinternen Streit der vergangenen Monate durch Sacharbeit und intensive Gespräche mit Parteifreunden zu beenden. Seinen Posten als Oberbürgermeister werde er bis zur Bundestagswahl behalten. Kreisvorsitzender seiner Partei wollte er nicht werden. Diesen Posten hat seit 1993 Kauder inne.

Kauder äußerte sich nicht. Er verlies den Parteitag, kurz bevor der Sieg seines Gegenkandidaten verkündet wurde.

Zwischen Kauder und seinen Parteifreunden hatte es zuletzt heftige Kontroversen gegeben. Seine Kritiker warfen ihm mangelnde Führung, einen fehlenden Kontakt zur Basis sowie Fehlentscheidungen in Personalfragen vor.

Kauder hatte die Vorwürfe unter anderem als "Rufmord" und "Polit-Mobbing" bezeichnet. Eine parteiinterne Schlichtung unter Führung des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Erwin Teufel (CDU) war im Oktober gescheitert.

Quelle: dpa/mac
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