16.11.12

Faktenvergleich

Microsoft gegen Google – wer wirklich vorn liegt

Der langjährige IT-Champion Microsoft ist ein echtes Schwergewicht. Doch auch Herausforderer Google konnte schon einige große Erfolge verbuchen. "Computer Bild" hat die beiden Giganten verglichen.

Foto: Statista/Computer Bild

Die Börsenwerte der beiden Unternehmen: Microsoft (blau) und Google (rot).

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Noch vor zehn Jahren kamen sich Microsoft und Google kaum in die Quere: Microsoft dominierte die Software-Branche, Google war gerade mit seiner neuen Suchmaschine auf dem Weg nach oben.

Mittlerweile konkurrieren beide Firmen bei Smartphones, Browsern, Suchmaschinen und E-Mail-Diensten. In Kooperation mit dem Statistik-Portal Statista zeigt Computer Bild hier die interessantesten Fakten.

Traditionsfirma Microsoft

Im Laufe seiner Firmengeschichte hat das Unternehmen die meisten Konkurrenten spielend abgehängt. Wesentlichen Anteil daran hatte Bill Gates. Als 19-jähriger Studienabbrecher legte er im April 1975 den Grundstein. 1985 erschien "Windows", eine grafische Erweiterung für MS-DOS. Erst Windows 3.11 wurde 1990 zum Kassenschlager.

Mit der erfolgreichen Office-Reihe ließ Microsoft ein zweites Flaggschiff vom Stapel. Noch besser lief es mit Windows 95: In vier Tagen wurden eine Million Programme verkauft. Es folgten immer neue Windows-Versionen, 2001 mit dem Dauerbrenner XP die bisher erfolgreichste.

Das Geschäftsmodell wankt

Steve Ballmer folgte 2000 als Unternehmenschef auf Bill Gates, Windows Vista wurde zum Mega-Flop. Microsoft verpasste wichtige Trends und setzte nach wie vor nur auf neue Software.

Auch wenn Windows 7 wieder gut lief, zeigten Unternehmen wie Apple mit seinen iPods und iPhones, dass das große Geld inzwischen anderswo zu holen war. Microsofts Antworten darauf blieben Misserfolge – mit Ausnahme der Spielekonsole Xbox. Denn abseits von Soft- und Hardware spielte das Internet eine immer wichtigere Rolle. Und gerade da hatte sich schon Google richtig breit gemacht

Googles Aufstieg

Die Stanford-Studenten Larry Page und Sergey Brin hatten 1996 mit "BackRub" eine Suchmaschine für Internetseiten gestartet. Ihre Grundidee: Seiten, auf die viele andere Seiten verlinken, sollen in Suchergebnissen höher stehen.

Dahinter steckte die "PageRank"-Formel, übrigens nach Larry Page, nicht nach der Funktion benannt. Einen Plan, damit großes Geld zu verdienen, hatten Page und Brin nicht. Sie verhandelten 1997 sogar mit Yahoo über den Verkauf ihrer Idee. Denen war der Preis von einer Million Dollar allerdings zu hoch. Fünf Jahre später hatte es sich Yahoo überlegt und bot drei Milliarden Dollar – vergeblich.

Lizenz zum Gelddrucken

Nur fünf Monate nach der Gründung von Google Inc. 1998 gab es bereits 500.000 Suchanfragen pro Tag. Dass man mit Suchmaschinen Geld verdienen konnte, zeigte AdWords ab 2002. Damit ließ sich auf Ergebnisseiten Werbung anzeigen, passend zum Suchbegriff.

Google entwickelte sich zu einer der wertvollsten Marken der Welt. Das verdiente Geld wurde in Firmenkäufe investiert, Picasa und YouTube waren nur zwei davon. Zudem setzte Google auf Eigenentwicklungen: Dem Browser Chrome folgte mit Android ein eigenes Betriebssystem für Smartphones. Damit traf Google den wunden Punkt von Microsoft, denn auf Smartphones findet Windows bisher kaum statt.

Googles Kapital: Gesammelte Daten

Wer seine Nutzer durchleuchtet, weiß auch, welche Werbung bei ihnen gut funktioniert. "Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir wissen mehr oder weniger, worüber du nachdenkst", sagte Eric Schmidt einst.

Solche Aussagen haben das Image der netten Google-Boys ins Wanken gebracht, während es kaum noch jemanden zu kümmern scheint, was der früher viel gescholtene Microsoft-Konzern treibt.

Mehr zum Thema:

Windows 8: Der große Test des Microsoft-Betriebssystems

Quelle: Computer Bild. Mehr Tests bei computerbild.de.

Kuriose Fakten über Microsoft und Google

Microsoft: 30.000-Dollar-Fanfare

Die Startfanfare von Windows 95 hat der britische Musiker Brian Eno komponiert. Eno war unter anderem Gründungsmitglied der Band Roxy Music und hat Alben der irischen Pop-Gruppe U2 und der britischen Formation Coldplay produziert. Eno soll angeblich 30.000 Dollar für den Windows-Clip erhalten haben. Übrigens: Die Sounds von Windows Vista schrieb Robert Fripp von der Band King Crimson. Wer für Windows XP akustisch verantwortlich war, ist nicht bekannt.

Google: Uni verdiente mit

Googles Herzstück ist der Suchalgorithmus. Das Patent hält aber nicht Google, sondern die Universität Stanford – dort schrieben die Google-Gründer ihre Doktorarbeiten. Als Gegenleistung zur Patentnutzung erhielt die Uni 1,8 Millionen Aktien, die sie 2005 für 336 Millionen Dollar verkaufte.

Microsoft: So Gates gar nicht

Bill Gates wollte Windows ursprünglich "Interface Manager" nennen. Ein Mitarbeiter konnte ihn aber überzeugen, dass der Name zu sperrig sei. 1985 erscheint die erste Version des mit der Maus bedienbaren Betriebssystems.

Google: Ein teures gutes Gefühl

Der Startseiten-Button "Auf gut Glück" kostet Google Schätzungen zufolge 110 Millionen US-Dollar pro Jahr. Denn er führt direkt zu Top-Ergebnissen der Suche. Er umgeht also alle Werbeanzeigen, mit denen Google Geld verdient. Tests sollen ergeben haben, dass die Nutzer sich damit besser fühlen. Genutzt wird der Knopf aber kaum.

Microsoft: Der Kunst-Konzern

Microsoft ist weltweit einer der größten Kunstsammler. Die meisten der über 5.000 zeitgenössischen Kunstwerke sind in den weltweiten Niederlassungen zu sehen.

Google: Einfachheit siegt

Larry Page und Sergey Brin sind Wissenschaftler, die sich mit Webseiten-Programmierung kaum auskannten. Dies ist der eigentliche Grund, warum die Google-Seite so einfach gehalten ist. Selbst der "Google-Suche"-Knopf kam erst später. In ersten Tests saßen Nutzer oft ohne Reaktion vor dem Schirm. Auf Nachfrage sagten sie: "Ich warte erst, bis der Rest der Seite aufgebaut ist."

Microsoft: 100.000 Softies

Die Angestellten von Microsoft nennen sich selbst Softies. Der durchschnittliche Softie ist 38 Jahre alt, männlich und verdient 106.000 US-Dollar pro Jahr. Über 50.000 der 94.290 Softies arbeiten in den USA.

Google: Bunter Anfang

Legosteine hielten den ersten Suchmaschinen-Server von Larry Page zusammen. Die Farben der Steine inspirierten später das bunte Google-Logo.

Microsoft: Der Millionen-Code

Windows 7 besteht aus über 50 Millionen Zeilen Programmcode, an dem über 7.000 Programmierer gearbeitet haben. Es gibt Treiber für mehr als 190.000 Geräte wie Drucker, Kameras oder Mäuse.

Google: Das Buffet ist eröffnet

Google-Mitarbeiter essen kostenlos: Rund 72 Millionen Dollar jährlich lässt sich Google die freien Mahlzeiten kosten.

Startschuss für Windows 8: Zusammen mit dem neuen Betriebssystem erscheint auch die dafür passende Hardware. Auch Microsoft selbst mischt mit einem eigenen Tablett mit. Das „Surface“ gibt es in zwei Versionen: als einfachen Rechner mit Windows RT und als teureres Modell mit Windows 8 Pro (479 bis 679 Euro).

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