15.11.12

Verhaltensforschung

Monsterkrebse sind Meister der Orientierung

Forscher haben sogenannte Palmendiebe mit GPS-Geräten ausgerüstet: Die sind nicht nur die größten Landeinsiedlerkrebse der Welt, sie haben auch einen erstaunlichen Orientierungssinn.

Foto: pa/dpa

Der Biologe Jakob Krieger präsentiert einen mit einem GPS-Sender ausgestatteten Palmendieb (Birgus latro). Die Krabben auf der australischen Weihnachtsinsel bewegen sich gern auf altbekannten Pfaden
Der Biologe Jakob Krieger präsentiert einen mit einem GPS-Sender ausgestatteten Palmendieb (Birgus latro). Die Krabben auf der australischen Weihnachtsinsel bewegen sich gern auf altbekannten Pfaden

Landeinsiedlerkrebse auf der australischen Weihnachtsinsel bewegen sich gerne auf altbekannten Pfaden. Das berichten Forscher aus Greifswald und Jena in der Fachzeitschrift "PloS One One".

Zwischen 2008 und 2011 hatte das Team um Jakob Krieger von der Universität Greifswald 55 an Land lebende Palmendiebe – die größten Landeinsiedlerkrebse der Welt – mit GPS-Sendern ausgestattet und das Wanderungsverhalten untersucht. Bei den Tieren handelte es sich ausschließlich um Männchen. Einige Exemplare wurden über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten verfolgt.

Die Forscher werteten mehr als 1500 Aktivitäts-Tagesprofile der Krebse aus. Die Tiere, die sich stets frei und uneingeschränkt bewegen konnten, blieben oft für einen längere Zeitraum ihrem Standort treu und unternahmen nur kleinere Ausflüge.

Wanderungen zwischen Küste und Regenwald

Aber auch bis zu drei Kilometer weite Wanderungen zwischen Küste und Regenwald im Inselinneren wurden nachgewiesen. Die Forscher vermuten, dass diese vermutlich im Zusammenhang mit der Fortpflanzung und dem Nahrungserwerb stehen.

Experimente, bei denen die Palmendiebe (Birgus latro) bis zu einem Kilometer weit an andere Standorte verschleppt wurden, zeigten, dass sie innerhalb von wenigen Stunden gezielt wieder an den Ausgangsort zurückwanderten.

Tiere können vermutlich Erfahrungen abrufen

Die Untersuchungen belegten bemerkenswerte Orientierungsleistungen dieser Tiere, sagte der Biologe und Mitautor Prof. Steffen Harzsch in Greifswald. Es sei davon auszugehen, dass die Palmendiebe, die bis zu 60 Jahre alt werden, Erfahrungen sammeln, speichern und abrufen können.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Lücken in den Baumkronen oder andere Landmarken den bis zu vier Kilogramm schweren Tieren als Orientierungshilfe dienten.

Dass auch Duftstoffe – ähnlich wie bei Ameisen – als Wegmarkierung dienen, konnten die Forscher bislang nicht nachweisen, soll aber weiter untersucht werden. "Wir wissen aber, dass die Palmendiebe einen sehr gut ausgeprägten Geruchssinn haben", sagte Harzsch.

Quelle: dpa/oc
Foto: Infografik WELT ONLINE

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