10.11.12

Abschiedsworte

"Eine Schande" – Gabriel entschuldigt sich bei Beck

Eine Entschuldigung und ein Eingeständnis: SPD-Chef Sigmar Gabriel fand versöhnende Abschiedsworte für den rheinland-pfälzischen Landeschef Kurt Beck. Der wiederum gab Verletzungen zu.

Foto: dapd

Kurt Beck (l.) sei ein „ganz Großer der Sozialdemokratie“, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel zum Abschied des scheidenden rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten
Kurt Beck (l.) sei ein "ganz Großer der Sozialdemokratie", sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel zum Abschied des scheidenden rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten

Vier Jahre nach dem unschönen Abschied von Kurt Beck aus der Spitze der Bundes-SPD hat sich der aktuelle Parteivorsitzende Sigmar Gabriel bei dem scheidenden rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten entschuldigt. "Es war auch für die SPD, nicht für Kurt Beck eine Schande", sagte Gabriel auf einem Landesparteitag am Samstag in Mainz. "Hätten wir damals schon auf ihn gehört, wäre uns manches erspart geblieben", ergänzte der SPD-Chef.

Ohne Beck befände sich die Partei nicht da, wo sie heute stehe, betonte Gabriel. Er schenkte Beck auf dem Parteitag in Mainz eine Lithografie von Willy Brandt und würdigte Becks Leistungen für die SPD. Er sei ein "ganz Großer der Sozialdemokratie", unterstrich Gabriel. Beck selbst kommentierte die Entschuldigung nur knapp. Heute werde auch auf Bundesebene wohl einiges anders betrachtet, sagte Beck bei einem Statement vor Journalisten.

Der mit 18 Amtsjahren dienstälteste Ministerpräsident Deutschlands zieht sich nach eigenen Angaben aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik zurück. Am 16. Januar soll die rheinland-pfälzische Arbeitsministerin Malu Dreyer Nachfolgerin des 63-Jährigen werden. Zum Vorsitz der SPD-Landespartei wurde nach 19 Jahren Beck am Samstag Innenminister Roger Lewentz gewählt.

Becks Bund-Ausflug hinterließ "Kratzspuren"

Beck räumte auf dem Parteitag erneut ein, dass sein Ausflug auf die Bundesebene bei ihm persönlich negative Spuren hinterlassen habe. Insbesondere nach seinem Rücktritt im September 2008 vom Bundesparteivorsitz seien die bei ihm entstandenen "tiefen Kratzspuren in Seele und Gedanken" von der Freundschaft und Solidarität in Rheinland-Pfalz überlagert worden.

Beck war im September 2008 vom SPD-Bundesvorsitz zurückgetreten. Über Monate war er kritisiert worden, meist anonym aus der eigenen Partei. Das Ende kam für Beck, als Frank-Walter Steinmeier für die Wahl 2009 als Kanzlerkandidat nominiert wurde. Steinmeier wurde nach dem Rücktritt Becks dann für einen Monat kommissarischer Parteichef, bevor Franz Müntefering bis nach der Wahl das Amt innehatte. Dann folgte Gabriel.

Quelle: dapd/sara
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