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29.05.09

Umwelt

Studie prognostiziert Tote durch Klimawandel

Ein Report des Global Humanitarian Forum unter der Leitung des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan nennt Zahlen über mögliche Todesopfer durch den Klimawandel. Danach könnten bis zu 300.000 Menschen pro Jahr an den Folgen des Klimawandels sterben. Betroffen wären vor allem Entwicklungsländer.

© dpa
Das Katastrophenjahr 2005 - Hurrikan Katrina
Der Hurricane "Katrina" überflutete im August 2005 die US-Küste bei New Orleans

Wenige Tage vor einem in Bonn stattfindenden Vorbereitungstreffen der Vereinten Nationen für die Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen, sind neue erschreckende Zahlen zum Klimawandel bekannt geworden. Die Zahlen stammen aus einer Studie des Global Humanitarian Forum (GHF), das von dem früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan geleitet wird. Das GHF warnt davor, dass die Folgen des Klimawandels in naher Zukunft bis zu 300.000 Menschen pro Jahr das Leben kosten dürfte.

Das GHF behauptet, es habe die Zahl unter anderem auf der der Grundlage der UN-Studien zum Klimawandel errechnet. Außerdem seien Erkenntnisse der Weltgesundheits-Organisation in die Studie eingeflossen. Der Report liegt Morgenpost Online exklusiv vor.

Daraus ergibt sich ein überaus düsteres Szenario. Bis 2030 steige die Zahl der Todesfälle durch den Klimawandel sogar auf fast eine halbe Million, behauptet das GHF. 600 Millionen Menschen in der ganzen Welt seien bis dahin direkt vom Klimawandel betroffen.

Nach Angaben des Global Humanitarian Forum (GHF) kostet diese Entwicklung die Weltwirtschaft jedes Jahr mindestens 90 Milliarden Euro – und damit dieselbe Summe, welche die Industriestaaten für Hilfen in der Dritten Welt bereitstellen. Bis 2030 steigen die Ausgaben auf 244 Milliarden Euro.

99 Prozent der Klima-Opfer werden in den Entwicklungsländern sterben. "Der Klimawandel ist die größte humanitäre Herausforderung unserer Zeit, unter der Hunderte Millionen Menschen leiden werden", so Kofi Annan, ehemaliger UN-Generalsekretär und GHF-Präsident. Vor allem Schwarzafrika, Zentralasien, der Nahe Osten sowie Süd- und Südostasien werden dem Report zufolge von den Klimaveränderungen betroffen sein. Nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam verursachen die 20 Länder, die am stärksten unter dem Klimawandel zu leiden haben, nur ein Prozent der weltweiten Luftverschmutzung.

Am Montag beginnt in Bonn ein Vorbereitungstreffen der Vereinten Nationen für die Weltklimakonferenz im Dezember in Kopenhagen. Dort soll ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls vereinbart werden, das 2012 ausläuft. Annan appellierte an die Staatengemeinschaft, ein "ehrgeiziges Abkommen" abzuschließen, um "das Risiko von noch mehr Hunger, Migration und Krankheit" abzuwenden. Schätzungen der für den Report zuständigen Experten zufolge müssten dazu die bisherigen Maßnahmen zum Klimaschutz um das Hundertfache erhöht werden.

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