14.10.12

Urananreicherung

Iran offenbar zu Gesprächen über Atomprogramm bereit

Die Sanktionen, die der Westen gegen Iran verhängt hat, um das Atomprogramm zu stoppen, zeigen offenbar Wirkung. Teheran sei bereit, Zugeständnisse zu machen, heißt es.

Foto: dpa

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad (vorn) im Jahr 2007 bei der Inspektion einer iranischen Atomfabrik
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad (vorn) im Jahr 2007 bei der Inspektion einer iranischen Atomfabrik

Angesichts der harten Sanktionen gegen den Iran ist die Regierung in Teheran offenbar zu Zugeständnissen im Atomstreit bereit. Der Iran wolle der Besorgnis des Westens entgegentreten, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA den Sprecher des Außenministeriums, Ramin Mehmanparast.

"Der Iran ist bereit, sich flexibel zu zeigen (...), aber das sollte auf Gegenseitigkeit beruhen." Vor allem müsse die andere Seite das Recht des Irans anerkennen, Uran zu friedlichen Zwecken anzureichern.

Gespräche im Juni ausgesetzt

Die Atomgespräche zwischen dem Iran und den fünf ständigen Mitgliedern des Weltsicherheitsrats und Deutschland wurden im Juni ausgesetzt. Teheran hat bereits Bereitschaft signalisiert, auf eine höhere Anreicherung von Uran zu verzichten, wenn die internationalen Sanktionen aufgehoben und das Recht des Irans auf Urananreicherung grundsätzlich anerkannt würden.

Der Westen will vor allem verhindern, dass Uran im Iran auf mehr als 20 Prozent angereichert wird. Ab diesem Reinheitsgrad lässt sich das Uran schnell zu waffenfähigem Material verarbeiten.

Die USA und Israel werfen Teheran vor, heimlich die Entwicklung von Kernwaffen voranzutreiben. Der Iran hingegen erklärt stets, sein Atomprogramm diene lediglich zivilen Zwecken. Israel hat bislang nicht ausgeschlossen, auch militärisch gegen iranische Nuklearanlagen vorzugehen.

Chamenei appelliert an Widerstandswillen der Iraner

Unterdessen rief der geistliche Führer Ayatollah Ali Chamenei die Iraner zum Widerstand gegen westliche Sanktionen und militärische Drohungen auf. "Wir sollten den Feind nicht außer Acht lassen. Der Feind kommt auf verschiedenen Wegen", sagte Chamenei laut staatlichem Fernsehen.

Er hielt innerhalb von einer Woche bereits seine dritte öffentliche Rede und versicherte: "Unsere Feinde werden mit all ihren Verschwörungen und Tricks scheitern."

Der Ayatollah forderte die Bevölkerung auf, einheimische Produkte zu kaufen. "Es ist falsch, dass einige immer ausländische Marken und Namen wollen", sagte Chamenei. "Wenn die inländische Produktion steigt, bekämpft das die Arbeitslosigkeit und senkt die Inflation."

Sanktionen zeigen offenbar Wirkung

Die westlichen Sanktionen, die den Iran zur Aufgabe seines Atomprogramms zwingen sollen, zeigen immer mehr Wirkung. Die Landeswährung Rial verlor zuletzt stark an Wert. Zudem fehlen der Regierung in Teheran wegen des Boykotts von Ölimporten durch die EU wichtige Deviseneinnahmen.

Quelle: dapd/tts
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