23.09.12

Schwangerschaft

Reife Babys haben später die besseren Schulnoten

Wenn es um spätere schulische Leistungen geht, könnte der Geburtstermin den entscheidenden Unterschied machen: Ein paar Tage länger im Mutterleib lassen mehr Zeit für die Gehirnentwicklung.

Foto: dpa-Zentralbild

Der Bauch einer schwangeren Frau ist mit einem lustigen Gesicht bemalt - einer neuen Untersuchung zufolge könnten voll ausgetragene Kinder in der Schule profitieren
Der Bauch einer schwangeren Frau ist mit einem lustigen Gesicht bemalt - einer neuen Untersuchung zufolge könnten voll ausgetragene Kinder in der Schule profitieren

Voll ausgetragene Kinder könnten in der Schule profitieren. Eine neue Studie liefert Hinweise darauf, dass bei früher geborenen Babys ein größeres Risiko für später Schulschwierigkeiten besteht. Dabei ging es nicht um eine Unterscheidung in "Frühchen", also vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche geborene Babys, und "reife" Kinder.

Alle der Neugeborenen in der Studie, die kürzlich in der Online-Ausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift "Pediatrics" veröffentlicht wurde, waren über den Frühgeborenen-Zeitpunkt hinweg und zählten als reif. Wer jedoch mit 37 oder 38 Wochen ins Leben startete, hatte laut den Ergebnissen der Untersuchung eher Schwierigkeiten in schulischen Tests als etwas später Geborene.

Auch die früher zur Welt gekommenen Kinder schnitten bei den Tests in Mathematik und Lesen in der dritten Klasse in der Regel gut ab. Mehr von ihnen aber hatten Schwierigkeiten als bei jenen, die ein oder zwei Wochen später geboren wurden. Die Unterschiede waren gering, aber fielen den Forschern dennoch auf.

Rückschlüsse auf weitere schulischen Leistungen

Beobachtet wurden 128.000 Kinder an öffentlichen New Yorker Schulen. Bei den mit 37 Wochen geborenen Kindern zeigten 2,3 Prozent sehr schwache Leseleistungen, 1,1 Prozent hatten zumindest mäßige Probleme in Mathematik. Die mit 41 Wochen geborenen Kinder kamen auf die Prozentsätze 1,8 und 0,9. Die Ergebnisse ließen Rückschlüsse auch auf die weiteren schulischen Leistungen zu, erklärt Naomi Breslau von der Michigan State University.

Grund zur Panik ist das nicht. Keiner empfehle, eine normale Geburt in der 38. oder 39. Woche aufzuhalten, sagt Judy Aschner von der Vanderbilt University. "Ich will Müttern, deren Babys mit 37 Wochen kommen, keine Angst einjagen", betont sie.

Warnung vor frühen Kaiserschnitten ohne medizinischen Grund

Doch gegen geplante Kaiserschnitte, die ohne medizinischen Grund mehrere Wochen vor dem errechneten Geburtstermin angesetzt werden, wehrt sie sich. "Solche frühen Wunschkaiserschnitte müssen aufhören."

In Deutschland bieten Kliniken zwar auch Wunschkaiserschnitte an. Ohne medizinische Notwendigkeit für einen früheren Eingriff erfolgt die Entbindung in der Regel aber erst kurz vor dem Termin.

Auch bei den Kindern in der Studie dürften frühe Kaiserschnitte nur eine Randrolle gespielt haben. Lediglich 15 Prozent wurden per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Informationen, ob diese Eingriffe medizinisch angeraten waren, lagen nicht vor.

Kaiserschnitte wie Rauchen in der Schwangerschaft eingestuft

Die Forscher stufen Kaiserschnitte an sich ebenso wie etwa geringes Geburtsgewicht, Rauchen in der Schwangerschaft oder unzureichender Versorgung vor der Geburt als Risikofaktoren ein und trugen dem in ihrer Untersuchung Rechnung.

Unterm Strich kamen sie auch danach noch immer zu dem Ergebnis, dass allein ein früher Geburtstermin von reifen Babys ein zusätzlicher Hemmschuh in der schulischen Laufbahn sein könnte.

Quelle: dapd/oc
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