Möglicher Kanzlerkandidat
Peer Steinbrück spart sich lukrative Nebenjobs
Peer Steinbrück hat in diesem Jahr die Zahl seiner Nebenjobs reduziert. Außerdem soll Steinbrück Berichten zufolge Kanzlerkandidat der SPD werden.
Der frühere Finanzminister und mögliche SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat die Zahl seiner bezahlten Nebentätigkeiten in diesem Jahr erheblich reduziert. Zugleich berichten Medien, dass Steinbrück als Kanzlerkandidat für die SPD in den Bundestagswahlkampf 2013 ziehen soll.
Auf eine Kanzlerkandidatur liefen die Gespräche zwischen Parteichef Sigmar Gabriel, Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Ex-Finanzminister Steinbrück hinaus, meldete das Magazin "Cicero" (Oktoberausgabe) am Donnerstag vorab. Mit dem 65 Jahre alten Steinbrück als Spitzenkandidat rechne sich die Troika gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die größten Wahlchancen aus.
Bezahlte und unbezahlte Vorträge
Steinbrück hält sich 2012 mit Nebejobs zurück. Er hat bislang elf bezahlte Vorträge gehalten. Hinzu kommen eine Vielzahl nicht bezahlter Vorträge, etwa an Universitäten und Schulen.
Im Jahr 2010 hatte Steinbrück neben seinem Mandat nach eigenen Angaben über 40 bezahlte Vorträge gehalten. Seine Homepage beim Bundestag listet für 2010 allein 41 Vorträge auf, die unter die Kategorie 3 fallen – was Nebentätigkeiten mit einem Erlös von jeweils mindestens 7000 Euro entspricht.
Für das Jahr 2011 verweist Steinbrück auf 29 Nebentätigkeiten in der Kategorie 3; zum großen Teil handelt es sich dabei um Vorträge. Demnach hat Steinbrück neben seinem Mandat im Jahr 2010 Honorare von mindestens 280.000 Euro erhalten, im Jahr 2011 waren es mindestens 182.000 Euro.
Im Aufsichtsrat von Borussia Dortmund
Außerdem verweist Steinbrück auf seiner Homepage beim Bundestag auf seine Mitgliedschaft in den Aufsichtsräten von Borussia Dortmund und der ThyssenKrupp AG. Bundestagsabgeordnete sind verpflichtet, ihre Nebentätigkeiten und Funktionen in Unternehmen offenzulegen. Dies muss innerhalb von drei Monaten geschehen. Die Bundestagsverwaltung veröffentlich diese Angaben im Internet.
Steinbrück soll nach "Angaben mehrerer mit dem Vorgang vertrauter Sozialdemokraten" noch vor Weihnachten als Kanzlerkandidat ausgerufen werden, berichtet "Cicero". Dies solle der SPD rechtzeitig vor der Niedersachsen-Wahl am 20. Januar 2013 einen Schub geben, um Ministerpräsident David McAllister (CDU) abzulösen und mit einem Erfolg ins Wahljahr zu starten. Zudem solle dem CDU-Bundesparteitag Anfang Dezember in Hannover etwas entgegengesetzt werden.
Steinbrück hatte ebenso wie Steinmeier vor einigen Tagen definitiv ausgeschlossen, wieder Minister in einem Kabinett Merkel zu werden.















