17.09.12

Kartendienst

Googles Routenplaner kennt jetzt die Bahn-Fahrpläne

Wer bei Google Maps von A nach B kommen will, hat nun die Wahl: Alternativ zur Autoroute zeigt der US-Konzern ab sofort auch Bahnfahrten – und vermittelt die dazu passenden Tickets.

Foto: Google

Brian McClendon, Vize-Präsident von Google Maps. Der Kartendienst ist nun mit dem Fahrplan der Bahn veknüpft
Brian McClendon, Vize-Präsident von Google Maps. Der Kartendienst ist nun mit dem Fahrplan der Bahn veknüpft

Bei der Routenplanung mit dem Online-Kartendienst Google Maps lassen sich als Alternative zum Auto nun auch Verbindungen mit der Deutschen Bahn finden.

Wer bei Google Maps beispielsweise danach sucht, wie er am besten von Berlin nach Hamburg kommt, dem werden seit Montag neben möglichen Routen per Auto – oder zu Fuß – auch Reiseverbindungen des DB-Konzerns angezeigt.

Eingeschlossen sind dabei Fern- und Regionalzüge sowie S-Bahnen. Mit diesem neuen Angebot gibt es nun auch in Deutschland den Dienst Google Transit.

Weltweit seien auf Google Maps bereits eine Million Haltestellen von Zügen, Bussen und Bahnen verzeichnet, zwischen denen Google Transit nach einer passenden Verbindung suchen könne, sagte Google-Manager Raphael Leiteritz.

Nun lasse sich auch in Deutschland "mit einem Knopfdruck" eine Alternative zum Auto finden. Nicht einbezogen in die Routenplanung in Deutschland sind allerdings die Angebote von Nahverkehrsbetrieben wie U-Bahnen und Busse; auch Verspätungen werden nicht angezeigt. Es sei aber eine "Vision" von Google, Reisevorschläge von Tür zu Tür zu ermitteln, sagte Leiteritz.

Über den Routenplaner die Fahrkarte kaufen

Der Routenplaner ist sowohl vom heimischen Computer als auch mit mobilen Geräten unterwegs abrufbar. Entscheidet sich ein Nutzer statt der Fahrt mit dem Auto für ein Angebot der Deutschen Bahn, gelangt er am PC oder Laptop über einen Link unter seinem Verbindungsvorschlag auf die vorausgefüllte Buchungsseite des Verkehrsunternehmens – und kann dort direkt die Fahrkarte kaufen, ohne noch einmal die Wünsche zu seiner Route eingeben zu müssen.

Dies sei ein "weiterer Schritt in die Zukunft", sagte der DB-Vorstand für den Personenverkehr, Ulrich Homburg .

Die Bahn erhofft sich durch das Angebot, den Internet-Fahrkartenverkauf erhöhen und neue Zielgruppen zu erschließen. Jedes zweite Fernverkehrsticket werde bereits online gekauft, sagte Bahn-Managerin Birgit Bohle.

Das Angebot von bahn.de und die Apps des Unternehmens seien zwar "stark". Die Bahn setze aber auf Kooperationen wie mit Google.

Über den neuen Dienst könnten laut Leiteritz beispielsweise Touristen auf die Deutsche Bahn aufmerksam werden, die sich vielleicht eher ein Auto geliehen hätten. Seinen Angaben zufolge nutzen monatlich eine Milliarde Menschen weltweit den Dienst Google Maps.

Quelle: AFP/woz
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