08.09.12

Clint Eastwood

Obama, "der größte Betrug am amerikanischen Volk"

Für manch ergebenen Clint-Eastwood-Fan schien sein Auftritt beim Republikaner-Parteitag senile, rufschädigende Züge aufzuweisen. Der Schauspieler jedoch sieht seine politische Mission als erfüllt an.

Von Uwe Schmitt
Quelle: dapd
31.08.12 1:50 min.
Mit einer schauspielerischen Einlage reißt Hollywood-Star Clint Eastwood die Republikaner auf ihrem Parteitag von den Stühlen. Und das vor allem auf Kosten von US-Präsident Barack Obama.

"Mission accomplished": Clint Eastwood ist mit seinem Auftritt am 30. August auf dem Parteitag Republikaner in Tampa zufrieden, weil er meint, erreicht zu haben, was er sich vorgenommen hatte: "(Zu zeigen) dass nicht jeder in Hollywood links ist, dass Obama viele der Versprechen gebrochen hat, die er bei seinem Amtsantritt machte, und dass die Leute sich die Freiheit nehmen sollten, Politiker loszuwerden, die keinen guten Job gemacht haben."

In einem Interview mit seinem Heimatblatt "Carmel Pine Cone" erklärte der 82 Jahre alte Regisseur, Schauspieler und fünffache Oscar-Preisträger, der gesamte Sketch sei ihm spontan eingefallen, als man ihm mehrfach hinter der Bühne einen Stuhl angeboten habe.

Die zwölf Minuten lange, von Pausen und dem Suchen nach Worten und Pointen unterbrochene Rede mit einem Stuhl, der für den fiktiven Präsidenten stand, hatte bei den Republikanern im Saal wie in den Medien Begeisterung ausgelöst.

Für die übrigen Kommentatoren, ob aus der politischen oder der Filmsphäre, war der improvisierte Sketch die bizarre, peinliche, bedauerliche Entgleisung eines großen Künstlers.

Allein seine Insinuation, Barack Obama fordere erst Mitt Romney, dann ihn, Eastwood, auf, "to go fuck yourself", war für viele Zuhörer nicht nur anatomisch eine Zumutung. Traditionell genießt das Amt des Präsidenten in Amerika, wenn schon nicht der Amtsinhaber, Respekt auch beim politischen Gegner.

Keine Reue, keine Zweifel

Clint Eastwoods Neigung zu libertär-konservativer Politik war seit langem bekannt. Spätestens, seit er als Bürgermeister von 1986 bis 1988 seinen Heimatort Carmel-by-the-Sea (Kalifornien) regiert hatte. Doch seine politischen Meinungen sind niemandes Problem.

Der Vortrag der Hollywood-Legende war es, der gerade für manche seiner ergebensten Fans, senile, rufschädigende Züge aufzuweisen schien. "Sehr unorthodox" sei sein Einfall gewesen, räumt Clint Eastwood gewesen.

"Da haben die diesen verrückten Schauspieler, der 82 ist, in einem Anzug da oben stehen ... und sie dachten wohl, ich wüsste (als früherer Bürgermeister), wie man eine Rede hält. Aber ich habe damals nie Reden gehalten. Ich habe Vorträge gehalten."

Mitt Romney und Paul Ryan seien nach seinem Auftritt zu ihm gekommen, um ihm zu danken: "Sie waren sehr enthusiastisch, und wir haben alle zusammen gelacht."

Keine Reue, keine Zweifel. Man hatte sie von Clint Eastwood auch nicht erwartet. "Der Präsident ist der größte Betrug, der je dem amerikanischen Volk angetan wurde. Romney und Ryan würden einen viel besseren Job machen, dieses Land zu regieren; und das soll jeder wissen. Vielleicht habe ich eine Menge Linke irritiert, aber gezielt habe ich auf die Leute in der Mitte."

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