06.09.12

Irrtum aufgeklärt

Kinder jüngerer Mütter sind kleiner und dicker

Forscher widerlegen die gängige Meinung, dass ein höheres Alter der Mutter die Gesundheit des Kindes nachhaltig beeinträchtigt - im Gegenteil: Stärker gefährdet sind Kinder jüngerer Mutter.

Foto: dpa

Das Foto zeigt eine 55-jährige Mutter aus Berlin mit ihrer Tochter. Sie wurde auf natürliche Weise gezeugt und geboren
Das Foto zeigt eine 55-jährige Mutter aus Berlin mit ihrer Tochter. Sie wurde auf natürliche Weise gezeugt und geboren

Eine gut gebildete Mutter und viele gemeinsame Jahre mit ihr sind die besten Voraussetzungen für Kinder, lange und in Gesundheit zu leben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern des Rostocker Max-Planck-Institutes für Demografische Forschung.

Sie widerlegt die bisherige Annahme, dass das ein höherer Alter der Mutter bei Geburt des Nachwuchses entscheidend für die spätere Gesundheit ihres Kindes ist.

Stärker gefährdet sind vielmehr Kinder jüngerer Mutter. So litten die Kinder von 20- bis 24-jährigen Müttern zu fünf Prozent mehr unter Krankheiten als die der 25- bis 34-Jährigen.

Kinder öfter kleiner und übergewichtig

Für 14- bis 19-jährige Frauen waren es sogar 15 Prozent mehr. Die Kinder waren später unter anderem kleiner und öfter übergewichtig.

Bisher habe man angenommen, dass der erwachsene Nachwuchs spät gebärender Mütter häufiger krank sei und eine geringere Lebenserwartung habe, als Kinder jüngerer Mütter, teilte das Institut mit.

Begründet wurde das damit, dass der Körper der Frau zum Zeitpunkt der Geburt schon abgebaut hatte, etwa weil aus Altersgründen die Eizellen schlechter oder die Plazenta schwächer geworden sind.

Studien basieren auf veralteten Daten

Diese Studien basierten jedoch auf Untersuchungen der Mütterjahrgänge aus den Anfangsjahren des vergangenen Jahrhunderts und deren erwachsenen Kindern bei einer generell geringeren Lebenserwartung als in der Gegenwart.

Jetzt wertete der Demograf Mikko Myrskylä aktuelle Daten von mehr als 18.000 US-Amerikanern aus. Sein Ergebnis: Kinder von Müttern, die bei der Geburt 35 bis 44 Jahre alt waren, wurden als Erwachsene nicht häufiger krank als die von Müttern im Alter zwischen 25 und 34 Jahren.

Risiko für Fehlgeburten steigt trotzdem

Es sei jedoch weiterhin richtig, dass bei Frauen im fortgeschrittenen Alter das Risiko für Fehlgeburten oder für Krankheiten wie das Downsyndrom steige.

Auf die Gesundheit der Kinder im späteren Leben wirke sich aber in allererster Linie der Bildungsstand der Mutter und die gemeinsame Lebenszeit mit ihr aus, sagte Myrskylä.

Je früher ein Kind seine Mutter verlor, desto kranker wurde es später. Das könne an der psychischen Erschütterung durch den frühen Verlust der Mutter liegen oder daran, dass sie das Kind nicht so lange wirtschaftlich oder sozial unterstützen konnte, begründete der Wissenschaftler den Zusammenhang.

Gebildete Frauen bekommen heute später Kinder

Dabei habe sich der Zusammenhang zwischen Mütteralter und späterer Gesundheit der Kinder in den vergangenen Generationen auch verschoben. Im frühen 20. Jahrhundert bekamen vor allem wenig gebildete Mütter bis ins hohe Alter weitere Kinder, während bei Frauen mit höherer Bildung späte Schwangerschaften die Ausnahme waren.

Dieser Alterseffekt gilt heute nicht mehr. Inzwischen gründen gebildetere Frauen heute später eine Familie.

Quelle: dapd/dpa/oc
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Eurovision Song Contest - Grand Final
18.05.13Minutenprotokoll
Emmelie aus Dänemark gewinnt Song Contest 2013

Deutschland rechnete sich gute Chancen aus, landet aber nur auf dem 21. Platz. Emmelie de Forest gewinnt mit ihrem Song "Only Teardrops". Damit findet der nächste ESC in Kopenhagen statt. mehr...

Die Norwegerin Margaret Berger gilt als Favorit
17.05.13ESC 2013
Eurovision Song Contest - Stimmen Sie für Ihren Favoriten

Am Sonnabend tritt Cascada mit ihrem Dance-Song "Glorious" für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Malmö an. Bei den Buchmachern stehen aber Dänemark und Norwegen ganz vorn. mehr...


Madleen Borngräber leidet an einer seltenen Krankheit
18.05.13Krebs-Gen wie Angelina Jolie
Warum sich eine Berliner Studentin die Brüste amputieren ließ

Madleen Borngräber (25) trägt das Krebs-Gen in sich. Deshalb ließ sie sich vorsorglich die Brüste entfernen. Genau wie Schauspielerin Angelina Jolie, die vor kurzem damit an die Öffentlichkeit ging. mehr...


Tod im Badeparadies: Ein 15-Jähriger starb in „Tropical Island“
18.05.13Badeunfall
15-Jähriger stirbt beim Baden im Freizeitparadies "Tropical Islands"

Im Freizeitbad "Tropical Islands" ist ein Jugendlicher leblos im Wasser gefunden worden. Der Junge wurde noch in eine Klinik gebracht. Doch alle Versuche, ihn wiederzubeleben, scheiterten. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Der Futiklub Absolutely Ferguson
Zeit für Neues Beckham beendet seine aktive Fußballkarriere
Parlament Bundestag debattiert über Atommüllendlager
Cannes Emma Watson spielt Kriminelle in Coppolas Film
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Großeinsatz

Feuer in Berliner Autowaschanlage

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote