22.08.12

Bundestagswahl 2013

Grünen-Vorstand will Urwahl der Spitzenkandidaten

Der Vorstand der Grünen spricht sich für eine Urwahl der Spitzenkandidaten zur Bundestagswahlkampf 2013 aus. Die Basis bevorzugt einer Umfrage zufolge Renate Künast.

Foto: DPA
Cem Özdemir
Cem Özdemir ist dafür, Anfang September mit der Urwahl zu beginnen

Die beiden Spitzenkandidaten der Grünen für die Bundestagswahl 2013 sollen nach dem Willen der Parteiführung in einer Urwahl bestimmt werden. Dies werde der Bundesvorstand den Delegierten des Länderrats am 2. September vorschlagen, sagte Parteichef Cem Özdemir der "taz". Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt, sagte, sie scheue eine Kampfabstimmung nicht.

Neben Göring-Eckardt haben auch Parteichefin Claudia Roth sowie die beiden Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, Renate Künast und Jürgen Trittin, Interesse an einem der beiden Kandidatenposten angemeldet. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass weitere Bewerber hinzukommen. Wenn Bundesvorstand und Länderrat der Grünen zustimmen, könnte Anfang September mit der Urwahl begonnen werden.

Özdemir sagte: "Da es mehr Bewerberinnen und Bewerber als Plätze gibt, liegt es auf der Hand, die Mitglieder darüber entscheiden zu lassen, welche beiden Personen im Bundestagswahlkampf für uns Grüne vorne stehen." Er selbst habe kein Interesse, werde aber im Herbst erneut als Vorsitzender kandidieren.

Nach einer "Forsa"-Umfrage im Auftrag des "Stern" hätte die grüne Basis am liebsten, wenn aus dem Frauen-Trio Künast die Position an der Seite Trittins übernehmen würde. Demnach favorisieren 42 Prozent der Grünen-Wähler die Ex-Verbraucherministerin als Spitzenkandidatin. 29 Prozent sprechen sich für Parteichefin Roth aus, 18 Prozent für Göring-Eckardt.

"Wir haben gute Bewerberinnen und Bewerber, ich sehe keinen Anlass, meinen Hut auch noch in den Ring zu werfen", sagte Özdemir. "Ich bin mit Freude Bundesvorsitzender und will im Herbst erneut kandidieren. Dieses Amt bringt viel Verantwortung und Aufgaben mit sich, die gut erfüllt sein wollen."

Auch Roth für Urwahl

Göring-Eckardt sagte, sie stelle sich auch einer Kampfabstimmung. Sie werde antreten, "sei es auf dem Parteitag, sei es in einer Urwahl", sagte sie der "Zeit". Wenn die von ihr eigentlich bevorzugte Teamlösung scheitere, werde sie sich um einen der beiden Spitzenplätze bewerben.

Die Grünen-Politikerin aus Thüringen warb mit den Worten für sich, sie könne ihre persönlichen Erfahrungen einbringen. "Ich gehöre zu den 89ern, der ersten gesamtdeutschen politischen Generation, ich habe Erfahrungen innerhalb und außerhalb der Politik beizutragen." Sie ist zurzeit auch Präses der evangelischen Synode. "Ich kann vor 100.000 Menschen reden und auch mit Fünfen diskutieren. Ich denke, dass ich als Grüne glaubwürdig bin, ökologisch und sozial."

Göring-Eckhardt widersprach dem Eindruck, Grünen-Politiker ihrer Generation drängten zu wenig zur Macht und überließen den Trittins, Roths und Künasts kampflos die Spitzenämter. "Personen ihrer Altersgruppe hätten momentan viel Einfluss auf Landesebene. "Ich sage gerade nicht: Die Gründungs-Grünen müssen jetzt mal weg, das wäre auch Unsinn. Aber dass verschiedene Generationen sichtbar werden, kann doch nur sinnvoll sein."

Auch Grünen-Chefin Claudia Roth hatte zuletzt auf eine Urwahl gepocht. Dies sei ein offenes, demokratisches Verfahren. Damit stellte sie sich gegen den Vorschlag Göring-Eckardts, die sich zunächst für ein mehrköpfiges Spitzenteam ausgesprochen hatte.

Quelle: dapd/smb
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