19.08.2012, 16:58

Iran "Krebstumor" – EU geißelt Drohung gegen Israel

Ahmadinedschad

Foto: dpa

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Die Vereinten Nationen und die Europäische Union haben die anti-israelischen Drohungen der iranischen Führung scharf kritisiert. In einer Rede hatte Präsident Ahmadinedschad Israel als "Krebstumor" bezeichnet.

Ein "Krebstumor" der bald verschwunden sein werde, so bezeichnete Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad Israel am Freitag. Zwei Tage zuvor nannte Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei Israel einen "künstlichen zionistischen Auswuchs".

Die Äußerungen seien "beleidigend und hetzerisch", hieß es in einer Erklärung des Sprechers von UN-Generalsekretär Ban vom Freitag. Alle Führer der Region seien aufgerufen, die Spannungen zwischen den Ländern zu mindern und eine Eskalation zu vermeiden. EU-Außenministerin Catherine Ashton sprach am Samstag von "hasserfüllten" und "skandalösen" Erklärungen aus Teheran. "Das Existenzrecht Israels kann nicht in Frage gestellt werden", erklärte sie. Ashton forderte die iranische Führung auf, die Spannungen zwischen beiden Ländern nicht eskalieren zu lassen.

Verbale Angriffe fester Bestandteil politischer Reden

Ungeachtet der Kritik bezeichnete Ayatollah Ali Chamenei Israel am Sonntag erneut als "Krebstumor". "Die Großmächte haben das Schicksal der islamischen Länder über Jahre bestimmt (...) und den zionistischen Krebstumor im Herzen der islamischen Welt installiert", sagte er am Sonntag in einer Rede zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan. Verbale Angriffe auf Israel gehören im Iran seit der islamischen Revolution von 1979 zum festen Bestandteil politischer Reden.

Joschka Fischer besorgt über mögliche Eskalation

In den vergangenen Tagen hatte sich in Israel die Diskussion um einen militärischen Präventivangriff gegen die iranischen Atomanlagen verstärkt. Der Iran bestreitet Vorwürfe des Westens, er arbeite am Bau einer Atombombe, und beharrt auf seinem Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie.

Der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) äußerte sich besorgt über eine mögliche Eskalation. Zu einem eventuellen Angriff Israels gegen den Iran sagte er in der "Bild am Sonntag": "Ich weiß nicht, was kommen wird. Aber ich weiß, dass es in dieser Krise noch nie so gefährlich war wie heute." Fischer warnte vor der Entwicklung am Persischen Golf, "wo die Kriegstrommeln immer lauter geschlagen werden". Neben der Konfrontation zwischen Israel und dem Iran nannte er den "Bürgerkrieg in Syrien, der sich zu einem Krieg in der Region ausweiten kann".

(AFP/ag)
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