15.08.12

Buchmesse

20 Romane für Deutschen Buchpreis nominiert

Erste Vorentscheidung für den Deutschen Buchpreis 2012: Die Jury hat 20 Romane auf die Longlist gesetzt. Viele der Neuerscheinungen setzen sich mit der Geschichte der Bundesrepublik auseinander.

Foto: picture-alliance/ Jan Woitas/dpa, Erwin Elsner/dpa
Sten Nadolny, Rainald Goetz
Unter den Kandidaten für den Deutschen Buchpreis 2012: Sten Nadolny (l.) und Rainald Goetz

Altrevoluzzer Rainald Goetz und Altmeister Sten Nadolny gehören zu den Autoren, die mit ihren neuen Romanen für den Deutschen Buchpreis 2012 nominiert sind. Eine Kritiker-Jury hat am Mittwoch unter 162 Büchern 20 Titel für die Endrunde des renommierten Preises bestimmt. Auf der sogenannten Longlist steht auch Wolfgang Herrndorf, der mit seinem Sahara-Roman "Sand" bereits den Preis der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr gewann. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels prämiert seit 2005 die beste literarische Neuerscheinung des Jahres mit dem Buchpreis.

"Sehr viele Bücher setzen sich intensiv mit der Geschichte der Bundesrepublik auseinander", sagte der Sprecher der Jury, Andreas Isenschmid ("Neue Zürcher Zeitung am Sonntag"). "Ich glaube, das ist ein sehr gutes Jahr." Es gebe kaum eine Dimension, die nicht vorkomme: "Die große Liebe und der avancierteste Kapitalismus, die Erfahrung des Heiligen so gut wie Schocks der Kälte und Einsamkeit."

Goetz (58), der früher mit experimentellen Lesungen und einem Netz-Tagebuch für Furore sorgte, ist mit seinem Roman "Johann Holtrop" nominiert. Es geht dabei um den Absturz eines charismatischen deutschen Vorstandschefs. In "Weitlings Sommerfrische" von Nadolny ist eine Kindheit am Chiemsee in den Fünfzigerjahren das Thema. Der 70-jährige Autor hatte 1983 mit der "Entdeckung der Langsamkeit" – einem Buch über den Seefahrer John Franklin – einen Weltbestseller gelandet.

25.000 Euro für den Gewinner

Weitere Themen der Autoren sind zum Beispiel das Aufwachsen in einem deutschen Internat wie bei Christoph Peters ("Wir in Kahlenbeck") oder Ursula Krechels Beschreibung der Rückkehr eines jüdischen Richters ins Berlin der Nachkriegszeit ("Landgericht").

Zu den Nominierten gehören auch bereits bekanntere junge Autoren wie der Österreicher Clemens J. Setz ("Indigo"), der 2009 schon mal auf der Liste der letzten Sechs (Shortlist) stand. Olga Grjasnowa verarbeitet in ihrem Roman ("Der Russe ist einer, der Birken liebt") ihre Erfahrungen als jüdische Einwandererin in Deutschland. Unter der Verlagen ist Suhrkamp der Gewinner: Fünf Titel des Hauses stehen auf der längeren Auswahlliste (Longlist).

Am 12. September wird die jetzige Auswahl auf sechs Romane reduziert. Der Sieger der Finalisten wird am 8. Oktober – am Vorabend der Frankfurter Buchmesse – bekanntgegeben. Der Gewinner erhält 25.000 Euro, die übrigen Finalisten 2500 Euro. Die siebenköpfige Kritiker-Jury wird jedes Jahr neu gewählt. 2011 war Eugen Ruge für seine DDR-Familiensaga "In Zeiten des abnehmenden Lichts" mit dem Buchpreis ausgezeichnet worden. Sein Werk stand monatelang auf den Bestsellerlisten.

Quelle: dpa/bas
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