14.08.12

Bundestagswahl

Löst die SPD die K-Frage mit einer TV-Debatte?

Die ungeklärte K-Frage bringt Unruhe in die SPD: Abgeordnete fordern bereits eine zügige Entscheidung. Auch von einer Urabstimmung – und einer öffentlichen TV-Debatte ist die Rede.

Quelle: Reuters
13.08.12 1:05 min.
Die SPD-Spitze will sich nach den Worten von Generalsekretärin Andrea Nahles nicht von ihrem Zeitplan abbringen lassen, den oder die Kanzlerkandidaten erst im Januar 2013 zu benennen.

Die SPD hat ihr Sommerlochthema gefunden: Trotz eines Machtwortes von Generalsekretärin Andrea Nahles streitet die Partei über die Kür ihres Kanzlerkandidaten für 2013. Politiker aus der zweiten Reihe kritisierten Zeitplan und Auswahlverfahren und empfahlen die Vorwahlen in den USA und Frankreich als Vorbild. Die Parlamentarische Linke wollte aus der Kandidaten-Troika mindestens ein Sextett machen.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Pflug sagte der "Bild"-Zeitung, eine Entscheidung über den Kanzlerkandidaten nach der Landtagswahl in Niedersachsen am 20. Januar 2013 sei zu spät. "Bis Ende des Jahres sollte unser Kanzlerkandidat feststehen", forderte das Mitglied des rechten Seeheimer Kreises in der SPD. Sonst bleibe der SPD nicht genügend Zeit für den Wahlkampf gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil sprach sich für eine Kandidatenkür nach US-Vorbild aus. "Die Mitglieder sollen in einer Urabstimmung über die Frage der Kanzlerkandidatur entscheiden. Vorher kann es nach amerikanischem Vorbild eine TV-Debatte geben, bei der sich alle Kandidaten präsentieren", sagte er dem Blatt.

Kandidaten-Troika und die Frauen

Dagegen bevorzugte Baden-Württembergs SPD-Generalsekretärin Katja Mast eine Vorwahl nach französischem Vorbild. "Die SPD würde dadurch insgesamt gewinnen", sagte sie. In Frankreich habe die Auswahl des sozialistischen Kandidaten zu einer Mobilisierung geführt, die dazu beigetragen habe, dass Präsident Nicolas Sarkozy abgewählt und durch François Hollande ersetzt wurde.

Nach Ansicht des Sprechers der Parlamentarischen Linken der SPD-Bundestagsfraktion, Ernst Dieter Rossmann, fehlen in der Kandidaten-Troika aus dem Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel, Bundestagsfraktionschef Frank-Walter Steinmeier und dem früheren Bundesfinanzminister Peer Steinbrück ein paar Frauen.

"Aus der Troika sollte ein Kernteam werden, zu dem zusammen mit anderen Frauen Manuela Schwesig, Andrea Nahles und Aydan Özoguz gehören müssen", sagte Rossmann dem "Hamburger Abendblatt". Die SPD habe mehr zu bieten als eine starke männliche Seite. Schwesig und Özoguz sind stellvertretende Parteivorsitzende

Der Sprecher des Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs, mahnte die SPD, die Frage der Kanzlerkandidatur mit Ruhe anzugehen. Der spätere Bundeskanzler Gerhard Schröder sei 1998 erst sechs Monate vor der Bundestagswahl als Kanzlerkandidat aufgestellt worden, sagte Kahrs der Zeitung.

Quelle: dapd/fsc
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