08.08.2012, 19:34

Michael Fischer Drygallas Freund droht eine Freiheitsstrafe

Michael Fischer

Foto: DPA

Von Uwe Müller

Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt gegen das ehemalige NPD-Mitglied Michael Fischer wegen besonders schweren Landfriedensbruchs. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte er in Haft kommen.

Dem ehemaligen Neonazi Michael Fischer, Lebensgefährte der Ruderin Nadja Drygalla, drohen eine Anklage und im Fall einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe. "Wir ermitteln gegen Herrn Fischer und zwölf weitere Personen wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs", bestätigte die Staatsanwaltschaft Rostock der "Welt".

Dem 24-jährigen Fischer und seinen Gesinnungsgenossen wird vorgeworfen, am 25. Februar 2012 in Rostock eine Gedenkkundgebung für ein Mordopfer der Zwickauer Terrorzelle angegriffen zu haben. Dabei verwendeten die mehrheitlich Vermummten, mutmaßlich Angehörige der Kameradschaft Nationale Sozialisten Rostock, auch Schlaggegenstände.

"Deshalb besteht der Verdacht des besonders schweren Landfriedensbruchs, für den das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vorsieht", sagte Staatsanwältin Maureen Wiechmann. Die Ermittlungen (Az.: 418 Js 5340/12) seien noch nicht abgeschlossen. Fischer ließ eine Anfrage der "Welt" bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Das Bundesinnenministerium teilte indes mit, dass es von Spitzenathleten keine Demokratieerklärung einfordern wolle. Zwar habe es derartige Gedankenspiele auf Arbeitsebene gegeben, jedoch habe sich das Ressort schließlich dagegen entschieden. Ein Sprecher sagte: "Zum einen soll es keine Gesinnungsschnüffelei geben." Zum anderen existiere bereits eine Athletenvereinbarung zwischen Sportlern und dem Deutschen Olympischen Sportbund mit einem Bekenntnis zu "demokratischen Grundsätzen".

Di, 07.08.2012, 21.19 Uhr

Die umstrittene deutsche Olympia-Teilnehmerin Nadja Drygalla will ihre Karriere fortsetzen. Die 23-Jährige sucht den Kontakt zum Deutschen Ruderverband.

Video: dapd
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