19.07.12

Promi-Investoren

Design-Portal Fab sammelt 105 Millionen Dollar ein

Ashton Kutcher investierte, Madonna-Manager Guy Oseary und Skype-Gründer Niklas Zennström. Sie glauben an die Zukunft des Designer-Shops fab.com. Jetzt erhält das Portal 105 Millionen Dollar Kapital.

Das Design-Shoppingportal fab.com erhält von Investoren 105 Millionen Dollar (86 Millionen Euro) Kapital. Unter ihnen finden sich illustre Namen: Andreesen Horowitz und Niklas Zennström, einer der Gründer der Internet-Telefonie-Plattform Skype.

Fab wurde vor etwa einem Jahr gegründet und hat inzwischen mehr als fünf Millionen Kunden. "Diese Finanzierung ist ein weiterer Meilenstein für das rasante Wachstum von Fab", sagt CEO Jason Goldberg. "Wir sind dabei, eine globale Marke aufzubauen."

Fab träumt davon, in die Liga der großen Internet-Plattformen wie Facebook und Amazon aufzusteigen, und bezeichnet sich als das weltweit am schnellsten wachsende E-Commerce-Unternehmen.

Wachstum schneller als Facebook

Goldberg zieht dazu gerne Vergleiche: Facebook habe zehn Monate benötigt, um eine Million Mitglieder zu zählen, bei Twitter seien es zwei Jahre gewesen. Und auch die Coupon-Plattform Groupon habe mehr als ein Jahr für eine Million Kunden gebraucht. Fab schaffte die erste Million in nur fünf Monaten und wächst damit mehr als doppelt so schnell wie einst die Großen der Branche.

Das Wall Street Journal indes stellt die Frage, ob solche "Flash Sale"-Seiten immer noch so fantastisch ("fab"-ulous) seien, wie sie einmal galten. Ihr Wachstum habe sich entschleunigt und die Erlöse seien trügerisch. Einige Seiten hätten schon aufgegeben, andere Personal entlassen. Ihre Vorbilder, die vor einigen Jahren entstandenen Luxus-Flash-Saler, hätten damals auch als das nächste große Dinge gegolten, gibt das WSJ zu bedenken. Dennoch: Die Investoren hätten wohl Vertrauen in dieses Konzept.

Produktfotos wie bei Pinterest

Die Besucher der Seite sehen – ähnlich wie bei Pinterest.com - ein Tableau mit Fotos der aktuellsten Designangebote sowie ein bebildertes Laufband, dessen Links zu Themen-Shops führen. Die Angebote sind auf drei bis fünf Tage befristet und mengenlimitiert. Fab verkaufte bislang zwei Millionen Produkte von insgesamt 5000 Designern – umgerechnet mehr als drei pro Minute.

Ein Newsletter und Postings in sozialen Netzwerken halten die Nutzer auf dem Laufenden. Die sozialen Netzwerke sind für Fab der wichtigste Wachstumsmotor: Jeder zweite Kunde wird dort durch die Empfehlung anderer Kunden generiert.

Portal schon in 20 Ländern aktiv

Die Seite ist inzwischen in 20 Ländern aktiv. Im Februar 2012 übernahm sie ihren deutschen Klon Casacanda. Durch diesen Zukauf sicherte sich das in New York ansässige Unternehmen einen wachsenden Vertriebsanteil im Ausland – insbesondere in Europa. Dieser soll im Jahr 2012 rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.

In etwa zwei Jahren peilt das Unternehmen sogar einen Umsatz-Anteil außerhalb der USA von mehr 50 Prozent an. Das neue Kapital soll unter anderem in die globale Ausrichtung sowie in die Verbesserung des Vertriebs investiert werden.

"In Deutschland ist Fab sogar noch schneller gewachsen als in den USA und hat in weniger als vier Monaten über eine Million Mitglieder von sich überzeugen können", sagt Casacanda-Mitgründer Roman Kirsch, der seit der Übernahme bei Fab für Kontinentaleuropa verantwortlich ist.

Fab.com will Synonym für Design werden

Schon in früheren Finanzierungsrunden waren Prominente von der Geschäftsidee überzeugt und gehörten zu den Geldgebern: Unter anderen gehören der Schauspieler Ashton Kutcher und Madonna-Manager Guy Oseary zu den Investoren.

Fab-CEO Jason Goldberg hat hoch fliegende Pläne: "Unser Ziel ist es, Design zu demokratisieren. Unsere Vision ist es, Fab als Synonym für Design weltweit zu etablieren." Mit 105 Millionen Dollar auf der Bank dürfte er diesem Ziel ein Stück näher kommen.

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