Familienplanung
Frauen mit Teilzeitjob bleiben lieber kinderlos
Dienstag, 28. April 2009 14:34 - Von Dorothea SiemsFrauen bekommen vor allem dann Kinder, wenn sie einen sicheren Vollzeitjob haben. Zudem wird die Entscheidung für Nachwuchs begünstigt, wenn der Partner im Haushalt mithilft. Das zeigt eine noch unveröffentlichte Studie, die Morgenpost Online vorliegt.

Rund ein Drittel der hiesigen Frauen bleibt mittlerweile kinderlos – ein internationaler Spitzenwert. Dabei wünschen sich laut Umfragen nach wie vor 90 Prozent der Jugendlichen Kinder. „Kinderwünsche und Realisierung klaffen deutlich auseinander“, heißt es in der noch unveröffentlichten Studie über die Ursachen der Diskrepanz zwischen Kinderwunsch und Kinderzahl in Deutschland, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Fraunhofer Institut erstellt haben. Sie liegt Morgenpost Online in Auszügen vor.
Sowohl bei Männern als auch bei Frauen spielen wirtschaftliche Gründe eine herausragende Rolle bei der Entscheidung für oder gegen Nachwuchs. „Für Männer ist der dominierende Faktor ganz eindeutig ihre stabile ökonomische Absicherung“, schreiben die Autoren. Dabei spielen sowohl die Höhe des Einkommens als auch die empfundene Sicherheit des Arbeitsplatzes eine entscheidende Rolle.
Auch Frauen legten heute „Wert auf eine eigene verlässliche ökonomische Basis“. Vollzeitbeschäftigte Frauen zeigten eine deutlich erhöhte Neigung, ein Kind zu bekommen. „Als stark negativ wirken sich Teilzeitbeschäftigungen dann aus, wenn es sich um unsichere Jobs handelt.“
Dieser Zusammenhang gelte besonders für hoch qualifizierte Frauen, sagte DIW-Forschungsdirektor Professor Gert Wagner, Mitautor der Studie. Nur bei unqualifizierten Frauen erhöhe Arbeitslosigkeit die Bereitschaft, ein Kind zu bekommen. „Denn in diesem Fall sind – in der Sprache der Ökonomen – die Opportunitätskosten gering“, sagte der Sozialökonom. Das sei vor allem dann der Fall, wenn die Frau davon ausgehen müsse, dass sie auch keinen Job mehr bekomme.
Auswirkungen hat auch die Rollenverteilung vor der Geburt. „Frauen, die sich die Hausarbeit mit ihrem Partner teilen, entscheiden sich mit einer erheblich höheren Wahrscheinlichkeit für ein Kind als Frauen, die diese Frage verneinen. Wagner unterstrich, dass eine „Politik, die das Wirtschaftswachstum fördert, die beste Geburtenförderung für Qualifizierte ist“. Hier könne die Politik etwas tun. Dagegen sei sie kurzfristig „machtlos gegenüber den jungen Machos, die nicht im Haushalt anpacken“.
Erschienen am 22.05.2007






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