"Popstars"
Warum Bands aus Castingshows so oft scheitern
2001 war er einer der Gewinner von "Popstars". Jetzt sitzt Ross Anthony selbst in der Jury und verrät, wie die Castingshow sein Leben verändert hat — und welche Rolle er genau in der Show übernimmt.
Berliner Morgenpost: Popstars feiert die zehnte Staffel, wie hat sich die Sendung verändert?
Ross Anthony: Ich finde, wir hatten es gut damals. Inzwischen wissen die Zuschauer, wie das alles funktioniert, und sie wollen was Anderes sehen als früher.
Berliner Morgenpost: Hatten Sie es mit einer der ersten Bands leichter oder schwerer, zu gewinnen?
Anthony: Wir hatten es leichter. Die Zuschauer wollen noch mehr sehen – mehr Talente. Sie wollen, dass die Kandidaten es hart haben, dass sie leiden.
Berliner Morgenpost: Welche Rolle nehmen Sie als Juror ein?
Anthony: Ich bin der, der ohne Ende weint und jeden in die nächste Runde bringen möchte. Ich bin halt ein sehr emotionaler Mensch. Die anderen Drei sind stärker als ich. Die haben im Leben, glaube ich, mehr Hartes durchgemacht und sind deshalb kämpferischer.
Berliner Morgenpost: Waren Sie skeptisch, wieder Teil einer Castingshow zu sein?
Anthony: Am Anfang schon. Ich habe mich gefragt, wie man angesichts der Flut von Castingshows noch neue Talente finden kann.
Berliner Morgenpost: Warum haben Sie dann letzten Endes zugesagt?
Anthony: Es gibt wirklich einen Pulk von Leuten, die einfach nur in eine Band rein möchten, und "Popstars" gibt ihnen die Chance dazu. Die Kandidaten, die jetzt noch übrig sind, sind so was von talentiert.
Berliner Morgenpost: Warum scheitern so viele Castingbands?
Anthony: Die bisherigen Gewinner konnten alle singen, sie sahen alle super aus, aber innerhalb der Band hat nichts gestimmt. Irgendjemand wollte immer im Vordergrund stehen.
Berliner Morgenpost: Haben Sie "Popstars" nach Ihrem Sieg 2001 geschaut?
Anthony: Ja, das ist wie mit dem "Dschungelcamp". Ich schaue mir immer den Dschungel an, weil ich davon ja auch ein Teil war.















