Niederlande
Rechtspopulist Wilders plant neuen Anti-Islam-Film
Der umstrittene niederländische Parlamentarier Geert Wilders plant für das nächste Jahr ein weiteres islamkritisches Video. Darin wolle er auf die Folgen einer Masseneinwanderung aus islamischen Ländern hinweisen und Problemlösungen aufzeigen. Für die Verwirklichung des Projekts sucht er noch Geldgeber.
Der holländische Rechtspopulist Geert Wilders hat mit der Ankündigung eines neuen Anti-Islam-Films Terrorismus-Bekämpfer alarmiert.
Politische Parteien und Muslim-Verbände in den Niederlanden reagierten hingegen zurückhaltend auf Wilders' Erklärung, er werde mit professioneller Hilfe aus den USA eine Fortsetzung seines vor einem Jahr heftig umstrittenen Internet-Films "Fitna" produzieren. "Fitna 2" werde die Folgen einer zunehmenden "Islamisierung" des Westens deutlich machen.
Die Sicherheitsdienste prüften nun, welche Auswirkungen die Ankündigung möglicherweise für die Bedrohungssituation in den Niederlanden hat, erklärte ein Sprecher der Anti-Terrorismus-Behörde (NCTB). Dies sei die übliche Reaktion. Nach Einschätzung der Behörde war durch Wilders ersten Film die Gefahr von Anschlägen gewachsen.
Innenministerin Guusje ter Horst hatte Anfang April erklärt, die Bedrohungslage sei noch so ernst, dass die zweithöchste Alarmstufe "substanziell" aufrechterhalten bleiben müsse.
Sie verwies dabei auch auf den Afghanistan-Einsatz der niederländischen Streitkräfte. Deshalb sowie wegen mutmaßlicher Beleidigungen des Islam, unter anderem durch "Fitna", blieben die Niederlande in den Augen von muslimischen Extremisten ein "legitimes Angriffsziel".
"Fitna 2" werde Anfang 2010 veröffentlicht, sagte Wilders der Zeitung "De Telegraaf". "Ich habe dafür Hilfsangebote von Leuten aus New York und Hollywood, die schon Filme gemacht haben, die bei uns in den Kinos zu sehen waren", fügte Wilders hinzu, ohne Namen zu nennen.
Der Chef der Partei für Freiheit (PVV), die in den letzten Monaten in Meinungsumfragen erhebliche Zugewinne verbuchen konnte, hatte "Fitna" kürzlich bei Diskussionsveranstaltungen in den USA gezeigt.
Wilders (45) hofft nach Angaben der Zeitung auch auf finanzielle Unterstützung durch interessierte Kreise in den USA. Darüber habe er kürzlich in Florida Gespräche geführt. Er rechne damit, dass "Fitna 2" wie schon sein erster Film in islamischen Ländern heftige Reaktionen auslösen wird. "Es wird darin nicht weniger gepfeffert zugehen, als im ersten Film."
Der Oppositionspolitiker will seinen neuen Film ungeachtet der gegen ihn laufenden strafrechtlichen Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung produzieren.
Sie waren wegen der Veröffentlichung des ersten "Fitna"-Videos sowie wegen öffentlicher Auftritte von Wilders eingeleitet worden, bei denen er den Islam als faschistisch und dessen Propheten Mohammed als Barbaren bezeichnet hatte. Den Ausgang des Verfahrens wolle er nicht erst abwarten, sagte Wilders. "Wir müssen zum Angriff übergehen und offensiv handeln."
Wilders PVV ist in den letzten Monaten immer populärer geworden. Laut Meinungsumfragen gilt sie derzeit als stärkste politische Kraft der Niederlande. Bei Neuwahlen würde die PVV, die seit 2006 neun Abgeordnete hat, demnach mehr als 30 Parlamentssitze erobern und damit sogar den Christlich-Demokratischen Appell (CDA) von Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende übertrumpfen.
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