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14.04.09

Ex-Minister

Wolfgang Clement wird Energie-Berater in Russland

Neuer Job für den Super-Minister der früheren rot-grünen Bundesregierung: Wolfgang Clement folgt seinen Freund, Ex-Kanzler Gerhard Schröder, nach Moskau. Dort ist Clement in den Aufsichtsrat des russischen Beratungsunternehmens Energy Consulting gewählt worden.

© AP
Wolfgang Clement
Ex-Superminister Wolfgang Clement berät jetzt die Russen in Sachen Energie

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement ist in den Aufsichtsrat des russischen Beratungsunternehmens Energy Consulting gewählt worden. Dort wird der ehemalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen als unabhängiger Experte arbeiten, teilte das Unternehmen in Moskau mit. "Herr Clements Erfahrungen und internationaler Einfluss sollen helfen, die Kooperation mit ausländischen Partnern zu erweitern", hieß es. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben 700 Beschäftigte und ist unter anderem im Bereich der Systemintegration tätig.

Der im vergangenen Jahr aus der SPD ausgetretene Clement ist auch Vorsitzender des EU-Russland-Forums. Als Minister gehörte er dem Kabinett des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) an, der ebenfalls seit seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik in der russischen Wirtschaft beratend tätig ist. Schröder verbindet nicht nur eine Männerfreundschaft mit dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin. Er ist auch ist Aufsichtsratsvorsitzender des Konsortiums zum Bau einer Ostseepipeline, über die künftig russisches Erdgas nach Europa transportiert werden soll.

Für Clement ist es bereits der zweite Job in der Energiewirtschaft. Er ist bereits Aufsichtsratsmitglied der RWE-Kraftswerkstochter RWE Power. Als er im hessischen Landtagswahlkampf das Energiekonzept der damaligen SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti kritisierte, wurde ihm Parteinahme für den Energiekonzern RWE vorgeworfen. Über diesen Streit kam es letztlich zum heillosen Zerwürfnis mit der SPD. Im Herbst vergangenen Jahres trat er dann aus der SPD aus.

In einem Brief an den Parteivorsitzenden Franz Müntefering begründete er seinen Schritt unter anderem damit, dass er für seine Aussagen von der SPD-Bundesschiedskommission gerügt worden war. Damit werde die Wahrnehmung des Grundrechts auf Meinungsfreiheit "drangsaliert", schrieb Clement. Er kritisierte aber auch, dass die SPD-Führung "keinen klaren Trennungsstrich zur PDS/Linken zieht", sondern in den Ländern zu einer Zusammenarbeit mit der Partei ermuntere, "obgleich deren Stasi-Verstrickung offenkundig ist".

Für seinen Parteiaustritt machte er zudem die Wirtschaftspolitik der SPD verantwortlich. Diese Politik laufe auf eine "De-Industrialisierung unseres Landes" hinaus.

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