18.05.12

Alternativmedizin

Homöopathie soll besser erforscht werden

Ärzte beklagen den Ruf der Homöopathie als unwirksame Methode. Deshalb soll die Forschung in dem Bereich nach ihrem Willen besser gefördert werden. Bislang fehle wissenschaftliche Auseinandersetzung.

Von Jürgen Ruf
Foto: KPA
Homöopathie
Die Zuckerkügelchen sollen trotz weitgehender Abwesenheit von Wirkstoffen helfen

Die in der Homöopathie tätigen Mediziner in Deutschland fordern ein stärkeres wissenschaftliches Engagement im Bereich der alternativen Heilmethoden. Homöopathie-Forschung brauche bundesweit mehr Unterstützung, teilte der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) zum Auftakt seiner Jahrestagung mit. Nötig sei eine seriöse wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Diese gebe es bislang nicht. Homöopathie stehe dadurch noch immer im Verdacht, im Gegensatz zur Schulmedizin nicht wirksam zu sein.

Gefragt sei die Bundesregierung, sagte die Vorsitzende des Vereins, Cornelia Bajic. Diese müsse in der Gesundheitspolitik ein Förderprogramm für Homöopathie-Forschung auflegen und dafür die notwendigen Gelder bereitstellen.

"Es kann nicht angehen, dass Forschung in der Homöopathie nur stattfindet, wenn Stiftungen Lehrstühle ins Leben rufen oder Ärzte im Ehrenamt dafür zuständig sind", sagte Bajic. "Was wir brauchen, ist eine geregelte, eine institutionelle Forschungsförderung." Nur so könne die Wirksamkeit der Heilmethoden unwiderruflich belegt werden.

2,5 Prozent der Versicherten

"Homöopathische Ärzte sind immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt, ihre Methode funktioniere nur über den Placebo-Effekt", sagte Bajic. Dies sei nicht der Fall. Die Wirksamkeit sei durch viele Studien nachgewiesen. Nicht erforscht sei bislang jedoch der Wirkmechanismus. Dieser müsse wissenschaftlich näher beleuchtet werden.

Dem Verein zufolge gibt es in Deutschland rund 6500 Mediziner, die homöopathisch tätig sind. Rund 700 von ihnen treffen sich in Freiburg zum diesjährigen Homöopathie-Bundeskongress. Es ist die 162. Jahrestagung der im Jahre 1829 gegründeten Organisation, die nach eigenen Angaben Deutschlands ältester Ärzteverein ist.

Homöopathie werde bei Patienten immer beliebter, teilte die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) mit. "In Baden-Württemberg haben sich in den vergangenen zwei Jahren rund 22.000 unserer Versicherten für eine homöopathische Behandlung entschieden, fast zwei Drittel davon waren Frauen", sagte TK-Landeschef Andreas Vogt.

Regionale Unterschiede

Besonders beliebt ist die alternative Heilmethode in Freiburg und dem Breisgau-Hochschwarzwald, knapp ein Viertel aller Patienten landesweit wurden dort behandelt.

"Unser Homöopathie-Angebot wird hier im Südwesten deutlich mehr nachgefragt als im Bundesdurchschnitt", sagte Vogt. Während sich bundesweit 14 von 1000 TK-Versicherten für Homöopathie entschieden, seien es in Baden-Württemberg 23. Nur in Berlin sei die Quote mit 25 von 1000 Versicherten noch höher.

Quelle: dpa
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