30.04.12

Urheberrecht

"Piraten kommen vom Kindergarten in die Politik"

Wie der Filmproduzent Martin Moszkowicz machen viele Verleger und Künstler Front gegen die Piratenpartei. Sie schlägt vor, das Urheberrecht zu lockern. Die Betroffenen dagegen fürchten ihren Ruin.

Foto: DAPD
Piratenpartei als Playmobil
Die Diskussion um das Urheberrecht geht weiter: Während die Piratenpartei für eine Lockerung plädiert, bestehen zahlreiche Künstler auf dem Urheberrecht

Die Diskussion um eine Reform des Urheberrechts und die Legalisierung der Raubkopiererei wird immer heftiger – nicht zuletzt durch die jüngsten Erfolge der Piratenpartei. Wir haben Autoren, Künstler und Verleger um eine Stellungnahme zur Bedeutung des Urheberrechts für ihre Tätigkeit gebeten.

Wolfgang Rihm, Komponist

Zunächst dies: In der Musik – "U" oder "E" gleichermaßen – gibt es nicht das Unikat, das erworben werden könnte – wie zum Beispiel ein Bild, eine Skulptur – und dessen Erwerb das Auskommen des Künstlers sichert. Die auf Dauer einzige Möglichkeit zur "Wertschöpfung" ist die Bezahlung der einzelnen Aufführung beziehungsweise Nutzung des betreffenden Musikwerks. Diese kann gerechterweise nur über das Urheberrecht geregelt sein. Das Urheberrecht für Musik nimmt in Deutschland die Gema wahr, die basisdemokratisch organisiert ist.

Ein Komponist zeitgenössischer Kunstmusik – besonders ein junger, am Anfang stehender Künstler, dessen Arbeit ja nicht bereits in einer kommunikativ gesicherten Sphäre wie etwa der Pop- und Unterhaltungswelt sich abspielt, sondern die sich erst einmal, oft durch lange Zeiträume hindurch, durchsetzen muss –, ein solcher Künstler kann nicht über Büros verfügen, die seine Rechte bei jeder Aufführung beziehungsweise Nutzung seines Werkes wahrnehme", notfalls auch einklagen.

"Auftragshonorare" reichen nicht

Gerade junge Autoren sind auf ein funktionierendes Urheberrecht angewiesen und auf Wahrnehmungsformen dieses Gesetzes, die ihre Arbeit unterstützen und nicht torpedieren. Aber auch die sogenannten etablierten Autoren im Bereich der Kunstmusik, zu denen ich gerechnet werde, könnten ohne ein funktionierendes Urheberrecht nicht existieren.

Um ein Beispiel zu nennen: Die "Auftragshonorare" der öffentlich-rechtlichen Anstalten sowie insgesamt der Veranstalter sind mehr oder weniger symbolische Beträge, die das Recht zur Uraufführung des Werkes dem Auftraggeber sichern.

In keiner Weise können solche Beträge mit den Summen konkurrieren, die als Ankaufssummen für Werke bekannter zeitgenössischer Maler durch die Presse irrlichtern. Der Komponist kommt zu seinem – immer noch vergleichsweise bescheidenen – Einkommen erst durch die Aufführungsfrequenz der betreffenden Werke.

Komponisten wären ruiniert

Diese kann – im Glücksfall der Akzeptanz – durch die Jahre langsam, sehr langsam ansteigen. Ohne ein praktiziertes Urheberrecht käme der Autor nie zu einer Art "Lohn", der zu den Einnahmen in ein Verhältnis gesetzt werden kann, das den vielen Nutzungen seines Werkes entspricht. Und diese Einnahmen fließen natürlich in die Kassen der Nutzer (Interpreten, Veranstalter, Verwerter …).

Die Überlegung, das Urheberrecht abzuschaffen, müsste also stets einkalkulieren, dass die Komponistinnen und Komponisten dadurch gezwungen würden, die Auftragshonorare um ein Vielfaches zu erhöhen. Dies ist aber nicht möglich, schon gar nicht zu Zeiten, wo gerade diese Summen immer kleiner werden.

Folge: Der betreffende Autor hätte nur noch minimale Einkünfte. Er wäre ruiniert. Der wohlfeile und piratenhaft-schnöde Hinweis, er möge halt Sachen machen, die Erfolg haben, verpufft, denn ohne Urheberrecht wäre er an einem solchen Erfolg ja gar nicht beteiligt.

Künstler würden ausgebremst

Diejenigen, die das Urheberrecht abschaffen wollen, haben wahrscheinlich nur mythische Großverdienste im Unterhaltungsbereich vor Augen. Aber auch dort, in der Popwelt, würden junge Autoren, die ihre ersten Schritte mit vielleicht noch gar nicht mehrheitskompatiblen Arbeiten wagen, brutal ausgebremst, wenn nicht ausgemerzt.

Nur kurzfristig populistisch aus der Sicht des sogenannten Users zu argumentieren führt dazu, dass es bald nichts mehr zu "usen" gibt. Oder immer mehr vom selben. In der Weite des Netzes wohnt auch die Enge des Marktes. Oder vielleicht doch nicht? Ein wirklicher "Pirat" müsste für das Urheberrecht kämpfen!


Jo Lendle, Verleger

Ein Gespenst geht um in Deutschland: Das Urheberrecht. Unmöglich, ihm zu entkommen. Aber meine Freude, auf Partys ein Gesprächsthema zu haben, währt nur kurz. Es geht ja nicht ums Urheberrecht, es geht um seine Abschaffung.

Ein Hauch von Revolution liegt in der Luft, es riecht nach kollektiver Plünderung in den Schaufenstern der Unterhaltungsindustrie. Gräben ziehen sich quer durch alle Lager, die Vorwürfe fliegen. Verlagsmitarbeiter gehen als Freunde der Kunst ins Bett und wachen als Teil der Content-Mafia auf. Wer gestern noch Verleger war, ist heute schon Verwerter.

Wovon wir reden, wenn wir von Urheberrecht reden: von der Bindungslosigkeit der Dateien, von ihrem ungeschützten Austausch. Wenn Walter Benjamin über technische Reproduzierbarkeit sprach, argumentierte er letztlich noch immer auf dem Stand von Gutenberg. Die von ihm ins Feld geführten Reproduktionen blieben an einen Träger gebunden – ein Witz gegen die Tatsache, dass wir uns heute die Bibliothek von Babel aus der Cloud saugen können, am Nordpol, im Dschungel, auf dem Klo.

Wunsch nach Gratisdownloads

Sicherlich hat die Digitalisierung verwirrende Konsequenzen. Was keine Entschuldigung ist, die Grabenkriege so kenntnisarm zu führen. Der Wunsch nach Gratisdownloads berechtigt nicht zur Forderung nach einer Justiz, die den Status Quo der Piraterie mit demselben "Kann man eh nichts machen" abnickt, mit dem die Duden-Redaktion Veränderungen der Alltagssprache zur Kenntnis nimmt.

Wer der schönen neuen digitalen Welt dagegen nur mit Abmahnungen begegnet, wird nie verstehen, warum wir uns tatsächlich neu zusammensetzen müssen. Manches läuft in der Diskussion durcheinander. Dies wären, falls eine Fee diese Zeilen liest, meine drei Wünsche für das weitere Gespräch.

Den Schöpfern gebührt ihr Anteil

1) Die Hälfte meiner Bucheinkünfte für den, dem es gelingt, den Gratispriestern den Unterschied zwischen Urheberrecht und Copyright zu erklären. Wer das eine hat, muss das andere längst nicht erteilen. Der Urheber allein bestimmt, wer seine Werke zu welchen Konditionen vertreibt und wie lange. Wer behauptet, an langen Schutzfristen verdienten vor allem die bösen Verwerter, der lügt.

2) Machen wir einen Unterschied zwischen digitalem Kleinvieh und tatsächlichen Werken. Natürlich fließen die Übergänge – wie alles. Aber es ist sinnlos, dem Facebookstatus "Im Kino gewesen" dieselbe Schöpfungshöhe zuzubilligen wie dem Film selbst. Das hundert Jahre alte juristische Prinzip der Kleinen Münze ist heute, wo jeder pausenlos Urheber wird, überholt. Weichen wir das Zitatrecht auf, reden wir meinetwegen über Opt-in-Regelungen für Kleinstveröffentlichungen. Was wir dringender brauchen als ein neues Urheberrecht ist seine pragmatisch gelassene Anwendung vor Gericht.

3) Wie bei jeder anständigen Revolution geht es um Kuchen und seine Verteilung. Aber schon Marie-Antoinette übersah, dass die Situation brotloser ist als erwartet. Liebe Piratensympathisanten, akzeptiert endlich, dass die Mär von den reichen Verwertern ein Märchen ist. Die meisten Verlage würden mit Sparbüchern besser fahren als mit Büchern. Man kann daraus die Forderung ableiten, Zwischeninstanzen generell abzuschaffen, immerhin ermöglicht die digitale Welt den direkten Zugang zu Lesern, Hörern, Zuschauern.

Und der Kampf um Wahrnehmung lässt sich schließlich führen wie auf Youtube – jeder lädt hoch, der Schwarm wird's schon gewichten. Dagegen spricht nichts. Verlegen aber ist mehr als lesbar machen. Als Autor möchte ich die Zusammenarbeit mit einem Verlag nicht missen, der auswählt, begleitet, anschiebt. Und ebenso selbstverständlich, wie den Schöpfern ihr Anteil gebührt, gehört auch dieses Risiko honoriert.

Martin Moszkowicz, Filmproduzent

Den Schutz von geistigem Eigentum in einem rohstoffarmen Land wie dem unseren zu verringern, da wir doch primär Ideen produzieren? Ist das nicht dämlich? Änderungen des Urheberrechts in Deutschland würden uns massiv anderen Ländern gegenüber benachteiligen. Deutschland – ein Piratenprovinzloch?

Beneidenswert sind die Vertreter der Piratenpartei nicht: direkt vom Kindergarten in die Politik, und jetzt wollen auch noch alle Antworten. Das allgemeine Schulterzucken der Piraten, wenn es um Konkretes geht, liegt aber bestimmt nicht daran, dass sie mehr Zeit brauchen, um sich mit dem einen Thema, das sie vorgeben zu besetzen, dem Internet und damit mit dem Urheberrecht, zu beschäftigen. Es liegt daran, dass es keine vernünftigen Vorschläge gibt.

Wertverlust für geistiges Eigentum

Auch wenn die Piraten vorgeben, die Interessen der Urheber wahren zu wollen, sieht es in Wirklichkeit anders aus. Der Wegfall der Beschränkung der Kopierbarkeit, die Kulturflatrate oder die Verkürzung des Urheberrechtsschutzes zum Beispiel würden eine direkte negative Auswirkung auf die Film- und Fernsehschaffenden in Deutschland und das wirtschaftliche Umfeld, in dem sie arbeiten, haben.

Der Preis für geistiges Eigentum würde rasant verfallen und in direkter Folge die Budgets zur Finanzierung der Projekte, Gehälter und Gagen für die Beschäftigten bei Film und Fernsehen. Diejenigen, die davon leben müssen, und die, die es sich leisten können, werden sich anderswo auf der Welt umsehen, genauso wie die Produktionsfirmen und Verwerter.

Darüber wird sich Hollywood freuen, das ja bereits jetzt – trotz eines für Künstler sehr viel restriktiveren Umfelds – für viele eine attraktivere Alternative ist. Übrig bleiben werden die Hobbykreativen, die Dilettanten und die Netzaktivisten – das Nachsehen haben am Ende die Konsumenten.

Fred Breinersdorfer, Autor

Es kommt zwar keiner ernsthaft auf die Idee, zu verlangen, dass Kinokarten gratis verteilt werden oder DVDs, aufwendige Fotoabzüge oder Bücher, sieht man mal von den Salafisten ab. Aber wenn Texte, Fotos, Filme im Internet stranden, dann sollen sie für jedermann frei verfügbar sein?

So verstehe ich jedenfalls einen Teil der jüngsten Debatte übers Urheberrecht. Ohne Einschränkung soll das mediale Strandgut genutzt, verändert und beliebig verbreitet werden können. Die Frage ist erlaubt, wie kommen diese Werke ins Netz? Eigentlich gibt es dafür nur zwei Methoden: mit oder gegen den Willen ihres Urhebers.

Die Internetpublikation von Werken gegen den Willen des Urhebers ist nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt illegal. Übrigens sogar in China. Die Tatsache, dass ein Gesetz häufig verletzt wird, rechtfertigt nach unserem Rechtsstaatsverständnis nicht, es für unnütz zu erklären. Wir müssten sonst beispielsweise alle Geschwindigkeitsbegrenzungen abschaffen, die bekanntlich millionenfach missachtet werden.

Jeder muss selbst entscheiden

Im Übrigen muss jedermann in einem freien Land frei darüber entscheiden können, ob er sein Werk im Netz gratis zur Verfügung stellt und unter welchen Bedingungen oder ob er etwas dafür verlangt. Ist das ein Problem? Vor allem: Ist das ein Problem, das uns ein angeblich unzeitgemäßes Urheberrecht eingebrockt hat?

Der bekannte Plakatkünstler Klaus Staeck zum Beispiel erlaubt auf Anfrage kostenlos, seine Werke für eine nicht kommerzielle Nutzung aus dem Internet zu laden, für kommerzielle Nutzung erhebt er Lizenzgebühren. Das ist seine freie und wohlerwogene Entscheidung. Mit welchem Recht soll man ihn zwingen, jede Nutzung hinzunehmen? Soll er zulassen, dass die NPD seine Plakate verballhornt und für ihre Zwecke missbraucht? Und zu allem Überfluss vielleicht noch gratis?

Frage der Selbstachtung

Wir Urheber nehmen mit Nachdruck diese Freiheit auch für uns in Anspruch, zu entscheiden, ob wir etwas für die Allgemeinheit gratis freigeben oder nur gegen Vergütung. Und es ist am Ende auch eine Frage der Selbstachtung, dass ein Künstler für sein Werk Geld bekommt auf unserem knallharten Medienmarkt und dass er nicht auf Crowdfunding oder andere milde Gaben angewiesen ist.

Ich bin stolz, dass ich meine Drehbücher gut verkaufen kann. Und genauso stolz bin ich, wenn ich die Freiheit habe, ohne Gage einen Text zu veröffentlichen, wenn mir der Zweck einleuchtet oder wenn ich einfach nur Lust darauf habe.

Norbert Zähringer, Autor

Vor einer Woche habe ich entdeckt, dass ein frühes Hörspiel von mir, produziert vom Deutschlandradio, auf einem (wahrscheinlich illegalen) Fileserver zum Runterladen bereitliegt. Ist das nun gut oder schlecht? Soll ich jetzt die Polizei benachrichtigen oder im Gegenteil rufen: "Hurra! Ich werde raubkopiert!"

Ich weiß es nicht. Tatsache ist, dass vor über zehn Jahren jemand die Sendung mitgeschnitten und digitalisiert hat und sie jetzt jedem, der sie haben will, kostenfrei anbietet. Geht es nach der Piratenpartei, dann soll das private "Filesharing" bald völlig legal sein. "Stärkung der Privatkopie" nennen sie das. Was würde passieren, wenn alle meine Romane als E-Book online frei verfügbar wären? Würden sie dann von mehr Menschen gelesen werden?

Das Medium der Mehrheit

Sollte ich dann dazu übergehen, meine Bücher in Fortsetzung zu schreiben, und den jeweils nächsten Teil – wie das Stephen King schon einmal versucht hat – erst veröffentlichen, beziehungsweise "online stellen", wenn sich genügend Leser gefunden haben, die bereit sind, einen bestimmten Betrag dafür zu zahlen? "Wenn Sie wissen wollen, ob die blinde, einarmige Malerin aus Kapitel drei tatsächlich die Mutter des koksschnupfenden Immobilienhais von Seite 43 ist, dann bitte klicken Sie hier!"

Wenn eine Sache gut sei, so wird immer wieder argumentiert, dann würden sich auch genügend Menschen finden, die freiwillig bereit wären, dafür zu bezahlen. Ich habe da erhebliche Zweifel. Das Internet kommt mir immer mehr als Medium der Mehrheit vor. Wer am lautesten schreit, wer den schrillsten Auftritt hat, der bekommt die meisten Klicks.

Gleichzeitig ist es auf eine geradezu obszöne Weise privat. Müsste ich dann – um genügend "freiwillig zahlende" Leser zu bekommen – mich selbst bei der Arbeit zeigen, per Webcam, vor meinem Laptop sitzend?

Dichter live beobachten

Denkbar wäre auch eine Art Livestream-Abo: "Für nur 3,99 Euro im Monat können Sie den Dichter LIVE beim Schreiben beobachten! Literature in the making! Und nicht nur das! Seien Sie auch dabei, wenn ihm stundenlang nichts einfällt, wenn er ganze Kapitel löscht, wenn er die Zeit mit Internetsurfen vertrödelt, wenn er den Postboten anschnauzt oder am Telefon einen Kollegen über den Fortschritt der Arbeit belügt. Sehen Sie ihm in sein gemartertes Antlitz, gezeichnet von den Qualen der Schreibblockade, während der Abgabetermin gnadenlos näher rückt, und seien Sie schließlich Zeuge, wenn der Dichter, beinahe am Ende seiner Kräfte, die Wonnen eines geglückten Absatzes genießt! (Das fertige Buch kann nach Ablauf des Abos gratis heruntergeladen werden!)"

Die Veröffentlichung meines letzten Romans liegt inzwischen knapp drei Jahre zurück. Drei Jahre = 36 Monate = 36 x 3,99 = 143,64 pro Leser. Ja, das könnte sich lohnen.

Tim Renner, Musikmanager

Sven Regeners Wut ist nachvollziehbar. Natürlich sind Künstler und Urheber zu vergüten – und zwar immer und von jedem! Doch wie kommt der Sänger in seiner berühmt gewordenen Radio-Brandrede darauf, dass die "ganzen asozialen Leute", von denen er spricht, für Musik partout nichts zahlen wollen?

Bezahlt wird für Inhalte und Service im Netz nämlich immer. Entweder im Rahmen von Flatrates für aktuelle Musik oder Filme oder eben mit Zeit oder persönlichen Daten. Denn auch dort, wo der Konsument mit Pop-ups und anderer Werbung beballert wird oder sich durch Fragen in Suchmaschinen oder in sozialen Netzwerken offenbart, entsteht ein Mehrwert.

Die wenigsten Plattformen werden von Altruisten betrieben, die meisten haben sehr wohl ein Geschäftsmodell. Das erkennt auch der auf die "Kostenlos-Kultur" schimpfende Regener: "Ein Geschäftsmodell, das darauf beruht, dass diejenigen, die den Inhalt liefern, nichts bekommen, ist scheiße."

In Schweden geht es aufwärts

Kim Schmitz hat mit Megaupload viele Millionen verdient, weil die Nutzer bereit waren zu zahlen, und auch die Leipziger Bande um kino.to hat sich die Taschen damit vollmachen können, dass massenweise Nutzer kostenpflichtige Abonnements für bessere Streaming-Zugänge abgeschlossen haben.

Dafür konnten sie dann störungsfrei daheim aktuelle Kinofilme sehen. Das Problem ist nur, dass die Künstler und Produzenten von alldem nichts abbekommen haben und es auch kein legales Angebot gab, was den illegalen in Sachen Vollständigkeit und Aktualität hätte das Wasser reichen können.

Es ist also nicht die Schimäre "Kostenlos-Kultur", sondern es sind Geschäftsmodelle und Verteilungsgerechtigkeit, die im Sinne von Regener & Co. zu diskutieren sind. In Schweden und anderen europäischen Staaten wächst zum Beispiel der Musikmarkt wieder. 2009 hat man dort angefangen, mit dem Streaming-Dienstleister Spotify alle Musik dann zugänglich zu machen, wenn sie auch im Radio lief.

Gute Angebote schaffen

Die Titel der Wahl gibt es entweder umsonst, aber von Werbung unterbrochen, oder vom Konsumenten im Abonnement bezahlt und dafür werbefrei und ohne Limit. Mittlerweile macht das bereits 40 Prozent des Umsatzes im schwedischen Wachstumsmarkt aus. In Deutschland hingegen ging Spotify mangels Gema-Tarifeinigung erst im März dieses Jahres an den Start. Der schrumpfende Musikmarkt besteht noch zu 82 Prozent aus Tonträgern.

Man darf das Geschäft im Internet nicht Kriminellen überlassen! Stattdessen muss man Angebote schaffen, die mindestens so gut sind wie die der vermeintlichen "Piraten" – und die Erlöse daraus fair verteilen.

Quelle: won
Foto: Computer Bild

MP3.de
Der Webdienst MP3.de beinhaltet knapp eine Million Musiktitel von freien Künstlern, die diese Plattform als Karrieresprungbrett nutzen. Über 90.000 Songs sind kostenlos, die restlichen kann man gegen Gebühr kopieren. Von sämtlichen Titeln gibt es kurze Hörproben. Eine eingebaute Suchmaschine erleichtert den gezielten Zugriff. Wer stöbern möchte, klickt sich durch Genre-Listen oder Downloadcharts.

11 Bilder
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