Sudan
3000 UN-Soldaten für Darfur-Einsatz
UN-Chef Ban Ki-moon ist zufrieden, dass die sudanische Regierung in der Darfur-Krise eingelenkt hat. Dagegen reagierte der US-Botschafter Alejandro Wolff skeptisch auf die Zustimmung zur Stationierung von Kampfhubschraubern und Soldaten
UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat das Einlenken des Sudans in der Darfur-Krise begrüßt. Die Zustimmung der sudanesischen Regierung zu einer Stationierung von Kampfhubschraubern und UN-Soldaten in Darfur sei "ein sehr positives Zeichen", sagte Ban. Die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union würden schnell reagieren und den Einsatz von 3000 UN-Soldaten vorbereiten, die die rund 7000 Mann starke Truppe der AU unterstützen sollen.
Der UN-Sicherheitsrat begann umgehend mit der Vorbereitung für die Stationierung von Blauhelmen und die Finanzierung des Einsatzes. Der Rat forderte die Regierung in Khartum am Montagabend auf, die zweite Phase des UN-Plans zur Unterstützung der AU-Truppe nach Kräften zu fördern. Ziel sei es, in der dritten Phase insgesamt 20.000 Blauhelme von AU und UN zu stationieren. Der UN-Beauftragte für Friedensmissionen, Jean-Marie Guehenno, erklärte, das so genannte große Unterstützungspaket sei erst der Anfang. "Es ist ein Paket, um die Voraussetzungen für eine künftige robuste Truppe zu schaffen", erklärte er. Die Afrikanische Union werde finanzielle Hilfe benötigen, weil die Entsendung der UN-Soldaten noch einige Monate dauern werde.
Der amtierende UN-Botschafter der USA, Alejandro Wolff, zeigte sich skeptisch und erklärte, man werde erst bei der tatsächlichen Stationierung der UN-Soldaten sehen, wie ernst es Sudan mit seinen Zusagen sei. Der stellvertretende US-Außenminister John Negroponte hatte zuvor den Sudan bei einem Besuch in Khartum nochmals aufgefordert, die Menschenrechte in Darfur zu garantieren. Er warf der sudanesischen Regierung vor, die arabische Reitermiliz Dschandschawid aktiv zu unterstützen.
Diese Miliz kämpft in Darfur gegen schwarzafrikanische Rebellengruppen. Dem Konflikt sind schon mehr als 200.000 Menschen zum Opfer gefallen, mehr als 2,5 Millionen wurden zu Flüchtlingen.
Ein Sprecher des Außenministeriums in Khartum bestätigt, dass die sudanesische Regierung die Entsendung von UN-Friedenstruppen akzeptiert habe. Es sei nun Sache der Vereinten Nationen, über den Zeitpunkt der Stationierung zu
entscheiden. Die UN und der Sudan hatten sich im November grundsätzlich über einen Dreistufen-Plan zur Stärkung der unterbesetzten und schlecht ausgerüsteten AU-Mission verständigt. Insgesamt soll die Truppe 20.000 Mann umfassen. Der Sudan widersetzte sich bislang aber der Stationierung von sechs Kampfhubschraubern.
Die Deutsche Welthungerhilfe bewertet die Verlautbarung Sudans, einem Abkommen für die sudanesische Krisenregion Darfur zugestimmt zu haben, kritisch. "Die sudanesische Regierung spielt auf Zeit, die Lage der Flüchtlinge und der Bevölkerung im Westen Sudans wird unterdessen immer kritischer", sagt Hans-Joachim Preuß, Generalsekretär der Welthungerhilfe. Selbst wenn der Sudan einer Truppe von 20.000 Sicherheitskräften der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen zustimmen würde, "reicht das höchstens für den Schutz der Flüchtlingslager", so Preuß weiter. "Für eine Befriedung der Region wäre mindestens das Doppelte notwendig."















