16.08.11

Aliens

"E.T. wird nicht plötzlich vor der Tür stehen"

Professor Ruper Gerzer ist felsenfest davon überzeugt, dass es Außerirdische gibt. Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt sucht er nach ihren Spuren.

Foto: picture-alliance / Mary Evans Picture Library
Wenn auf dem Lande schon sonst nichts los ist, könnte doch wenigstens ein Ufo landen - oder?
Wenn auf dem Lande schon sonst nichts los ist, könnte doch wenigstens ein Ufo landen - oder?

Gibt es Außerirdische? Professor Rupert Gerzer, Leiter des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), stellt sich diese Frage nicht. Warum, das erklärt er im Interview.

Welt online : Mal ehrlich: Glauben Sie an Aliens?

Rupert Gerzer: Es gibt Außerirdische. Da bin ich mir sicher. Es gibt aber ein Problem bei der Kontaktaufnahme: Sie ist so gut wie unmöglich. Grund dafür ist die Entfernung zwischen den Planeten. Das Weltall ist riesengroß. Wenn ein bewohnter Planet beispielsweise fünf Millionen Lichtjahre von uns entfernt existiert, braucht ein Signal von dort auch mindestens fünf Millionen Jahre zu uns. Das bedeutet auch, dass ein Außerirdischer vor fünf Millionen Jahren intelligent genug gewesen sein muss, um ein Signal zu senden. Er hätte zudem hellseherische Fähigkeiten benötigt, um zu erkennen, dass auf unserer Erde fünf Millionen Jahre später dieses Signal empfangen werden könnte.

Welt online : Also gehen Sie eher nicht davon aus, dass E.T. plötzlich vor ihrer Tür steht?

Gerzer : Das wird nicht passieren. Eher gewinne ich im Lotto – und zwar ohne zu tippen.

Welt online : Was macht Sie so sicher, dass es außerirdisches Leben gibt?

Gerzer : Es gibt fast unendlich viele Sterne im Weltall. Warum sollte sich Leben nur auf der Erde entwickelt haben?

Welt online : Was ist nötig, damit sich Leben überhaupt entwickelt?

Gerzer : Leben, wie wir es kennen, benötigt flüssiges Wasser und Kohlenstoff. Es gibt auch einige Forscher, die spekulieren, dass Kohlenstoff durch Silizium ersetzt werden kann. Bislang ist das nicht bewiesen, daher sprechen wir nur über Leben, wie wir es kennen. Neben Wasser und Kohlenstoff müssen die Planeten für hoch entwickeltes Leben eine stabile Rotationsachse besitzen. Das funktioniert durch einen Mond. Wäre unser Mond nicht, würde alle paar Jahrtausende die Arktis in den Tropen liegen und andersherum, da sich die Erde um sich selbst dreht.

Welt online : Wie lange glauben Menschen bereits an Außerirdische?

Gerzer : Seitdem sie denken können. Der Mensch hat sich die Götter gemacht. Das sind Außerirdische. Auch die gesamte griechische Mythologie, der Sonnengott – alles Außerirdische.

Welt online : Wie könnten die Außerirdischen denn aussehen?

Gerzer : Sie werden sich wie wir den Gegebenheiten ihres Planeten angepasst haben. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Science-Fiction-Autoren könnten mit ihren Beschreibungen also durchaus Recht haben.

Welt online : Außerirdische landen in unzähligen Romanen mit Ufos auf der Erde, haben übernatürliche Fähigkeiten, können sich unsichtbar machen. Ist das realistisch?

Gerzer : Das ist eher unwahrscheinlich – wir können die Gesetze der Physik nicht wegdiskutieren. Wie ich bereits gesagt habe, sind die Distanzen im Weltall zu groß, um sie zu überbrücken. Schneller als das Licht zu fliegen, ist bei allem, was wir bislang wissen, nicht möglich. Auch das Unsichtbarmachen spricht gegen die Physik.

Welt online : Wir reden über intelligentes Leben – wie wahrscheinlich ist denn eher primitives Leben?

Gerzer : Viele ernst zu nehmende Forscher können sich Leben auf dem Mars vorstellen. Die Erde und der Mars haben sich ähnlich entwickelt. Als Leben bei uns entstand, waren die Voraussetzungen dafür auch auf dem Mars gegeben. Heute könnte sich noch Wasser im Innern des Planeten befinden. Vielleicht leben dort tatsächlich kleine Einzeller.

Thesen zu Hinterlassenschaften von Aliens
Die Anhänger der Prä-Astronautik gehen davon aus, dass Außerirdische bereits in der Frühzeit der Menschheit die Erde besucht und die menschliche Zivilisation beeinflusst oder sogar geschaffen haben. Bekannte Objekte der Prä-Astronautik sind...
Glühbirnen von Dendera: Anhänger der Prä-Astronautik glauben, dass auf einem Relief im Hathortempel von Dendera in Ägypten eine historische Glühbirne abgebildet ist – was beweisen würde, dass die Ägypter bereits damals Elektrizität kannten.
Der Aluminiumkeil von Aiud: Der keilförmige Körper wurde in den siebziger Jahren in der Nähe der rumänischen Stadt Aiud bei Bauarbeiten gefunden. Anhängern der Prä-Astronautik sehen in dem Keil einen Beleg dafür, dass bereits in früheren Epochen Außerirdische auf der Erde waren, da man vor 1825 noch keine Möglichkeiten hatte, Aluminium herzustellen.
Die Steine von Ica: Dabei handelt es sich um Steine, auf denen mythische Wesen, aber auch Dinosaurier und hochtechnologische Geräte abgebildet sind. Angeblich wurden die Steine im Jahr 1961 von Indios im Flussbett des Rio Ica entdeckt. Prä-Astronautikforscher sehen in den Steinen einen Beweise dafür, dass die Geschichte der Menschheit viel älter und vor vielen Jahrtausenden auch bedeutend fortgeschrittener gewesen sei als bisher angenommen.
Kernbohrungen von Abusir: Im etwa 15 Kilometer von den Pyramiden von Gizeh entfernten Abusir gibt es mehrere große Steinblöcke aus dem sehr harten Gestein Diorit. In diesen Steinen befinden sich kreisrunde Bohrlöcher, teilweise existieren auch die zugehörigen Bohrkerne noch. Anhänger der Prä-Astronautik gehen davon aus, dass diese Kernbohrungen nicht mit altägyptischer Technologie, sondern erst mit hochmodernen Maschinen möglich gewesen seien.
Der Mechanismus von Antikythera: 1900 wurde von Tauchern aus einem altgriechischen Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera geborgen. Das Schiff wird auf die Zeit von 70 v.Chr. datiert. Bei dem Fund handelt es sich um ein sehr komplex aufgebautes Gerät, welches aus zahlreichen Zahnrädern besteht, die das Ablesen der Relationen verschiedener Gestirne zueinander ermöglicht. Laut Prä-Astronautikforscher wären die Menschen aber damals noch nicht in der Lage gewesen, einen solch komplexen Mechanismus anzufertigen.
Der Kristallschädel im Musée du quai Branly in Paris: Prä-Astronautikforscher argumentieren, dass der Ursprung und die Herstellungsweise des Schädels bis heute nicht geklärt sei.
Die Kolumbianischen Goldflieger: Sie zählen zu den bekanntesten Objekten, die als Belege für Besuche durch Außerirdische herangezogen werden. Die meisten der Objekte dieser Art werden im "Museo del Oro" der "State Bank" in Bogotá in Kolumbien aufbewahrt. Aufgrund der aerodynamischen Konstruktion der Objekte behaupten Forscher der Prä-Astronautik, sie stellten Modelle prähistorischer Flugzeuge dar.
Die Grabplatte von Palenque: Der Sarkophagdeckel aus der Grabkammer unter dem Tempel der Inschriften, Palenque, zeigt laut Verfechtern der Astronautengötter-Hypothese einen Mayapriester oder auch den Gott Kukumatz innerhalb eines raketenähnlichen Fluggerätes. (Quelle: Wikipedia)
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