07.06.11

Jemenitischer Präsident

Saleh schwerer verletzt als bislang bekannt

An 40 Prozent seines Körpers soll Jemens Präsident Verbrennungen erlitten haben. Er liegt derzeit auf der Intensivstation.

Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh ist offenbar weit schwerer verletzt als bisher bekannt. Drei Vertreter der US-Regierung bestätigten, dass Saleh bei einem Raketenangriff auf seinen Palast in der vergangenen Woche Verbrennungen an 40 Prozent seines Körpers erlitten habe. Außerdem habe er eine Blutung im Kopf, hieß es weiter.

Saleh war am Wochenende nach Saudi-Arabien ausgereist, wo er derzeit medizinisch behandelt wird . In Riad liegt er auf der Intensivstation.

Auch nach der Ausreise herrscht im Jemen weiter die Gewalt. In der Hauptstadt Sanaa lagen Leichen auf den Straßen. In Tais lieferten sich Stammeskämpfer Gefechte mit Regierungstruppen; anderswo kämpften Soldaten gegen Al-Qaida-Kämpfer.

Bei einer Offensive der Regierungstruppen in der Provinz Abijan wurden nach Informationen der Nachrichtenwebsite "Maribpress" sieben Soldaten und vier mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen getötet. Die Soldaten hätten versucht, die Terroristen aus der Stadt Sindschibar zu vertreiben, die sie in der vorvergangenen Woche unter ihre Kontrolle gebracht hatten.

Das Innenministerium in Riad meldete, zwei saudische Grenzwächter seien in der Nacht von einem Mann getötet worden, der von Saudi-Arabien aus die Grenze zum Jemen überqueren wollte. Ein dritter Grenzwächter sei verletzt worden. Zuletzt starb nach einer Verfolgungsjagd auch der Schütze, über dessen Identität zunächst nichts bekannt wurde.

Die BBC berichtete, ein britisches Marineschiff sei vor die jemenitische Küste verlegt worden, um im Notfall rasch für die Evakuierung britischer Staatsbürger bereitzustehen. Die britische Botschaft in Sanaa arbeitet noch mit einer Kernmannschaft. Mehrere Staaten hatten ihre Vertretungen in Sanaa in den vergangenen Tagen aus Sicherheitsgründen geräumt, darunter auch Deutschland.

Nach Berichten örtlicher Medien kam es in der Stadt Tais erneut zu Gefechten zwischen Angehörigen der Republikanischen Garde und Regimegegnern. Letztere hatten der Spezialeinheit nach der Ausreise Salihs zwei Tage Zeit gegeben, um die Stadt zu verlassen.

Quelle: dapd/dpa/sam
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