27.08.10

England

Toter Agent stellt Scotland Yard vor ein Rätsel

War es ein Mord? War es ein Unfall beim Fessel-Sex? Die Ermittler rätseln über den Tod eines britischen Spions.

Foto: dpa
Ein Polizist sichert den Tatort in London
Im Londoner Stadtteil Pimlico bewacht ein Polizist das Haus, in dem der britische Agent starb. Die genauen Umstände seines Todes sind unklar

Die Spekulationen um den mysteriösen Tod eines Agenten des britischen Geheimdienstes MI 6 werden immer bizarrer. Nachdem bekannt wurde, dass die Ermittler von Scotland Yard in der Wohnung des Toten Utensilien für Fessel-Spiele sichergestellt haben, wird auch ein Sex-Unfall als Todesursache nicht mehr völlig ausgeschlossen. Nach einem Bericht der Zeitung "The Times" soll es auch Hinweise auf einen männlichen Sex-Partner geben.

Gerichtsmedizinische Untersuchungen der Leiche des 30 Jahre alten Codierungs- und Dechiffrier-Experten hatten zunächst keine Aufschlüsse zur Todesursache gebracht. Erste Meldungen, der Mann sei erstochen worden, erwiesen sich als falsch. Weitere Tests sollen nun ergeben, ob er möglicherweise den Erstickungstod fand. Nachbarn hatten das Opfer als freundlichen Menschen beschrieben, der aber sehr zurückgezogen gelebt habe. "Die Vorhänge waren immer zugezogen", hatte eine Nachbarin gesagt.

In Geheimdienstkreisen kamen erste Fragen auf, warum möglicherweise homosexuelle Neigungen des Mannes nicht bei seinen Einstellungstests auffielen. Mitarbeiter des Regierungsgeheimdienstes GCHQ, von dem das Opfer zum Auslandsgeheimdienst MI6 abgeordnet war, werden vor der Einstellung auf Herz und Nieren getestet. Privatangelegenheiten, die möglicherweise Anlass für Erpressbarkeit liefern, sind ein Ausschlusskriterium.

Sexspielzeug als falsche Spur?

Scotland Yard hält es jedoch im gegenwärtigen Ermittlungsstadium auch für möglich, dass das Sexspielzeug von einem mutmaßlichen Mörder absichtlich in der Wohnung platziert wurde, um eine falsche Spur zu legen. Geprüft wird auch eine Verbindung zum US-amerikanischen Geheimdienst National Security Agency. Der Brite war wiederholt für mehrere Wochen nach Washington geflogen, wie aus seinem Umfeld bekanntwurde.

Quelle: dpa/zel
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