Sozialreport
Jeder Neunte Ostdeutsche will die DDR zurück
Donnerstag, 12. März 2009 11:16Fast 20 Jahre nach dem Mauerfall wünscht sich einer repräsentativen Umfrage zufolge im Osten Deutschlands jeder Neunte die DDR zurück. Lediglich 22 Prozent fühlen sich nach eigenen Angaben als „richtige Bundesbürger". Dennoch sehen sich mehr Ostdeutsche als Gewinner denn als Verlierer der Einheit.
Eine Mehrheit von 70 Prozent empfindet eine starke Verbundenheit mit
Ostdeutschland – mit der Bundesrepublik als Ganzes fühlen sich mit 42
Prozent deutlich weniger Menschen verbunden, dokumentiert der vorgelegte
„Sozialreport 2008“ des Bundesverbands Volkssolidarität. Demgegenüber ist
die Bindung an das jeweilige Bundesland (57 Prozent) und den Wohnort (61
Prozent) stärker ausgeprägt. Jeder Neunte Ostdeutsche wünscht sich DDR
zurück.
Als wichtigsten Wert sehen die Ostdeutschen laut Umfrage die Arbeit. Seit der ersten Befragung aus dem Einheitsjahr 1990 hat sie für die Bürger mit einem Plus von zwölf Punkten am stärksten an Bedeutung gewonnen und liegt mit 77 Prozent an der Spitze der Werteskala vor Familie, sozialer Sicherheit (je 72 Prozent) oder Gesundheit (58 Prozent). Es folgen unter anderem Kinder (53 Prozent), die bei den unter 30-Jährigen gegenüber 1990 deutlich an Stellenwert eingebüßt haben. Eine intakte Umwelt ist knapp der Hälfte (47 Prozent) der Befragten sehr wichtig. Das Leben in einer demokratischen Gesellschaft hat dagegen nur noch für 24 Prozent einen derartigen Stellenwert – 1990 waren es 54 Prozent.
Was das Zusammenleben mit Ausländern betrifft, so bewerten nur acht Prozent der Befragten das Klima in Deutschland als freundlich. 28 Prozent beschreiben es als eher unfreundlich, 19 Prozent gar als ausländerfeindlich. Dabei stimmen 40 Prozent – sieben Punkte weniger als noch 2002 – selbst der Aussage zu, es gebe „zu viele Ausländer“ in Deutschland. Weitere 34 Prozent bejahen dies zum Teil. Nur 15 Prozent sehen demnach in ausländischen Mitbürgern eine „Bereicherung des Lebens“. Andererseits nimmt die Ablehnung rechtsextremer Parteien zu: Während sieben Prozent der Befragten diesen gegenüber Sympathie bekundeten, lehnt laut Sozialreport eine wachsende Mehrheit von 72 Prozent sie ab. Insgesamt 2892 Bürger in Ostdeutschland wurden für die Studie befragt.
Erschienen am 20.01.2009






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