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Krieg im Nahen Osten

Jetzt rüstet die Hisbollah zum Kampf gegen Israel

Die israelische Militäroperation im Gazastreifen hat die radikalislamische Hisbollah im Libanon auf den Plan gerufen. Ihr Anführer Scheich Nasrallah versetzte seine Kämpfer in Alarmbereitschaft. Man sei für einen israelischen Angriff gerüstet, verkündete er. Den Palästinensern machte Nasrallah Hoffnung auf einen Sieg gegen Israel.

Hassan Nasrallah
Foto: AFP
Hassan Nasrallah hat seine Kämpfer in Alarmbereitschaft versetzt

Der Führer der radikalislamischen Hisbollah hat die Kämpfer seiner Organisation für den Fall eines israelischen Angriffs auf den Südlibanon in Alarmbereitschaft versetzt. Die Hisbollah sei bereit, sich jedweder israelischen „Aggression“ gegen Libanon entgegenzustellen, sagte Scheich Hassan Nasrallah vor Anhängern. Seine Ansprache wurde von einem unbekannten Ort aus im Fernsehen übertragen. Sie war auch auf Großleinwänden in den südlichen Vororten Beiruts zu sehen, wo die Hisbollah ihre Hochburg hat.

Nasrallah drohte Israel nicht offen mit Krieg, hielt aber einen israelischen Angriff für möglich. Er habe seine Kämpfer im Libanon zu Wachsamkeit gegen einen möglichen Angriff Israels aufgefordert, sagte er.

Zugleich forderte er, Ägypten müsse seine Grenzen zum Gazastreifen öffnen. Nasrallah rief die Ägypter zu Massenprotesten auf. „Millionen“ Ägypter sollten auf die Straßen gehen, um die Regierung in Kairo zu zwingen, die Grenze zum Gazastreifen zu öffnen, sagte Nasrallah. „Volk von Ägypten, Du musst diese Grenze öffnen“.

Wenn die ägyptische Führung nicht den Grenzübergang Rafah öffne und dem palästinensischen Volk helfe, könne sie als Komplize des „Massakers und der Blockade“ betrachtet werden, fügte Nasrallah hinzu. Für Montag rief Nasrallah zu einer Massenkundgebung im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut auf. Zugleich warnte der Hisbollah-Chef die ägyptische Regierung, sich gegen die Hamas zu stellen. „Die Ägypter sollten die Hamas nicht drängen, eine unterwürfige Friedensvereinbarung zu akzeptieren.“

Die Palästinenser forderte Nasrallah zum Durchhalten auf. Dabei verglich er die Attacken auf Ziele der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas mit dem Libanonkrieg im Sommer 2006, als die israelische Armee gegen die Hisbollah vorgegangen war. „Dies ist die Wiederholung des Szenarios vom Juli-Krieg gegen die Hisbollah“, sagte Nasrallah. „Mit Standhaftigkeit werden sie (die Palästinenser) den erwarteten Sieg erringen.“

Während des 33 Tage dauernden Libanonkriegs war es der israelischen Armee nicht gelungen, die Hisbollah dauerhaft aus dem Südlibanon zu vertreiben. In dem Konflikt starben rund 1400 Menschen, zumeist libanesische Zivilisten. „Gaza wird siegreich (aus dem Konflikt) hervorgehen, so wie sich auch die Hisbollah 2006 im Libanon als siegreich erwiesen hat“, sagte Nasrallah.

Israel hatte am Wochenende als Reaktion auf Raketen-Beschuss radikaler Palästinenser die größte Militäroffensive gegen den Gaza-Streifen seit dem Sechstagekrieg 1967 gestartet. Dabei starben bislang mehr als 300 Menschen, Hunderte wurden verletzt.

Die israelische Luftwaffe setzte am Montagmorgen ihre Angriffe im Gazastreifen fort. Ein Sprecher der israelischen Armee sagte, die Operation „Gegossenes Blei“ gehe weiter. Der israelische Rundfunk meldete, in der Nacht habe die Luftwaffe etwa 40 Angriffe auf Ziele der radikal-islamischen Hamas geflogen. Seit Beginn des Großeinsatzes am Samstag sind nach palästinensischen Angaben mehr als 300 Menschen getötet und mehr als 1000 verletzt worden. Israel will mit der Operation den ständigen Raketenbeschuss seiner Grenzorte aus dem Gazastreifen unterbinden.

Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zum Montag das Gelände der Islamischen Universität in Gaza angegriffen. Augenzeugen berichteten, es habe keine Verletzten gegeben. Auf das Universitätsgelände seien fünf Raketen abgefeuert worden, die hauptsächlich das Gebäude mit dem Universitätslabor zum Ziel gehabt hätten. In dem Gebäude sei ein Feuer ausgebrochen, Rauchwolken seien aufgestiegen.

Die als Hochburg der radikalislamischen Hamas geltende Universität liegt im Zentrum von Gaza-Stadt. Ein israelischer Armeesprecher sagte, das Universitätsgelände sei zur Entwicklung von Raketen, Sprengstoff und elektronischem Gerät für militante Kämpfer benutzt worden. Es sei ein Treffpunkt für Hamas-Aktivisten und diene zudem als Waffenversteck.Reuters/AFP/AP/cn

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