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Kirche

Bischof Huber sammelt an Heiligabend für Pro Reli

Angesichts der Finanzkrise wettern die Kirchen zu Weihnachten gegen die Vergötzung des Geldes. Auch der Berliner Bischof Huber warnte vor einem „Tanz um das um das goldene Kalb". Er nutze den Andrang in der Kirche auch, um Unterschriften für das Volksbegehren Pro Reli zu sammeln.

Synode der EKD
Foto: DDP
Berlins Bischof Wolfgang Huber warnt vor übertriebenen Pessimismus und sammelt für Pro Reli

Bischof Wolfgang Huber hat an Heiligabend vor der Marienkirche in Mitte Unterschriften für das Volksbegehren „Pro Reli“ gesammelt. Auch zahlreiche andere Gemeinden wollten nach Angaben der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Mittwoch Unterschriften für das Anliegen sammeln.

Ziel des Volksbegehrens ist es, dass Schüler frei zwischen Ethik und Religionsunterricht wählen dürfen. Religion ist bisher nur ein freiwilliges Zusatzfach an den Schulen. Bis zum 21. Januar müssen 170.000 gültige Unterschriften gesammelt sein, damit es im Juni 2009 zu einem Volksentscheid kommen kann.

Noch am 30. November hatte Pro Reli eine Zahl von 70.000 Unterschriften angegeben, was Zweifel am möglichen Erfolg aufkommen ließ. Anfang Dezember starteten die Bischöfe dann die Briefaktion. Kurz vor Weihnachten waren nach Angaben der Initiative bereits 135.000 zusammengekommen. Die Weihnachtsmessen sind nun eine gute Gelegenheit, auch die restlichen 35.000 zu sammeln.

Bei Hubers Predigt stand allerdings ein anderes Thema im Vordergrund: die weltweite Finanzkrise. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche appellierte dabei an die Verantwortung jedes einzelnen. Ein Ausnutzen der persönlichen Freiheit und ein Vernachlässigen der persönlichen Verantwortung habe nun aber „unsere Welt in eine tiefe Krise gestürzt“, sagte der Berliner Bischof am in seiner Weihnachtspredigt.

Der Boom in den Finanzmärkten sei nicht durch reale Werte gedeckt gewesen und habe sich im Nachhinein betrachtet „ganz deutlich als Tanz um das goldene Kalb“ erwiesen, hatte Huber im Deutschlandradio Kultur gesagt.

Der höchste Repräsentant von rund 25 Millionen evangelischen Christen warnte vor Schwarzmalerei und riet dazu jetzt nicht auf jede Ausgabe zu verzichten. „Ich meine jedenfalls nicht den hemmungslosen Konsum. Aber mit gezielten Anschaffungen kann man auch ein Zeichen gegen die wirtschaftliche Abwärtsspirale setzen.“AP/dpa//apä

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