07.11.2012, 13:38

Laptops im Kieler Landtagsplenum doch erlaubt

Kiel (dpa/lno) ­ Die Piraten im Kieler Landtag dürfen ihre Laptops vorerst weiter im Plenarsaal benutzen. Der Ältestenrat verständigte sich am Mittwoch nach zähem Konflikt auf eine Regelung, die zunächst für sechs Monate gilt und dann auf Praxistauglichkeit überprüft werden soll. Die Laptops sollten eigentlich aus dem Plenarsaal verbannt werden, weil die hochgestellten Bildschirme den Sichtkontakt zu den Abgeordneten behindern und - anders als bei geräuscharmen Tablets - das Geklapper auf der Tastatur als störend empfunden wurde. Die neue Regelung erlaubt die Laptop-Nutzung, sofern sich Sitznachbarn nicht gestört fühlen. Der direkte Blickkontakt zu Redner und Präsidium darf nicht durch hochgestellte Bildschirme behindert werden. Das Schreiben auf Laptops soll «auf das notwendige Maß» beschränkt werden.

Telefonieren mit Handys bleibt im Plenarsaal verboten. Auch Ton- und Bildaufzeichnungen mit Computern und Smartphones sind während der Sitzungen des Landtages und der Ausschüsse untersagt. Piraten-Fraktionschef Patrick Breyer begrüßte die Einigung im Ältestenrat. «Das ist für unsere Arbeit wichtig, um den Kontakt zu den Bürgern halten zu können», sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Außerdem nutzten die Piraten die Laptops anstelle von Papier. Das geplante Laptop-Verbot hatte in der Septembersitzung des Landtags Riesenstreit ausgelöst. Zwei Piraten erschienen zu einer Sitzung aus Protest mit alten Schreibmaschinen und ernteten dafür herbe Kritik der anderen Fraktionen.

Pressemitteilung Landtag

(dpa-info.com GmbH)
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