Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
26.11.11

Streit über Vorratsdatenspeicherung neu entfacht

© dpa
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Hans-Peter Friedrich

Berlin/Landshut - Die Neonazi-Mordserie facht den Streit in der schwarz-gelben Koalition über die Vorratsdatenspeicherung neu an. Die FDP erteilte Forderungen der Union nach schnellen Regelungen zur Speicherung von Telefon- und Internetdaten am Samstag eine klare Absage.

Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler sagte am Samstag beim Landesparteitag der bayerischen Liberalen in Landshut, für die Bürger gelte die Unschuldsvermutung. «Hier müssen wir stehen, da müssen wir klare Kante zeigen.» Bundestags-Fraktionschef Rainer Brüderle erklärte: «Es hilft niemandem, mitten in der Aufklärungsphase reflexhaft alte Maximalforderungen zu stellen, die vom eigentlichen Problem des Behördenversagens ablenken.» Dagegen warb Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) für die Speicherung.

«Sowohl beim Aufspüren islamistischer Zellen als eben auch hier bei der Zwickauer Zelle zeigt sich die Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung», sagte Friedrich der «Welt am Sonntag». Die Telekommunikationsdaten der rechtsextremen Gruppe, der eine Mordserie an Ausländern angelastet wird, könnten sehr aufschlussreich sein.

Friedrich erhöhte damit den Druck auf Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), Widerstand gegen die Speicherung aufzugeben. Die Sicherheitsbehörden müssten «mit den Instrumenten ausgestattet werden, die es ihnen erlauben, den Feinden unserer freiheitlichen Grundordnung auf die Spur zu kommen.»

Leutheusser-Schnarrenberger lehnte dies umgehend ab. Notwendig sei nach der Mordserie zuallererst eine umfassende Aufklärung und Fehleranalyse, warum die Verbrechen über Jahre nicht aufgeklärt werden konnten, sagte sie in Landshut. «Das soll jetzt die Vorratsdatenspeicherung alles richten? Da brauchen wir anderes als an (...) bestehenden Gesetzen immer nur rumzufummeln.»

Stattdessen verlangte die FDP-Ministerin organisatorische Verbesserungen bei der Beobachtung von Neonazis. Es gebe in Deutschland 35 Sicherheitsbehörden, die sich mit Extremismus beschäftigten. «Da müssen wir den Blick darauf wenden, wie wir diese Sicherheitsstrukturen effizient machen.»

Quelle: dpa-info.com GmbH
Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
EU-Gericht: Lindts Goldhase ist keine Marke
Bitteres Hasen-Urteil

Lindt-Goldhasen bekommen keinen EU-weiten Markenschutz.

Video Nachrichten mehr
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Atemnot Elton John sagt Vegas-Konzerte ab
Spitzentreffen Immer noch keine Einigung zum Fiskalpakt
Nasa-Satellit SDO Spektakuläre Aufnahmen der Sonne veröffentlicht
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Kaufberatung

Günstige Digitalkameras unter 150 Euro im Test

Habgier

Deutscher wegen Lego-Diebstahls vor US-Gericht

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote