21.02.12

Polizei in Lille

DSK sagt zu Sex-Partys mit Prostituierten aus

Neuer Ärger für Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn: Nach der Dienstmädchen-Affäre muss er zur Teilnahme an Sex-Partys aussagen. Es droht eine Anklage wegen Beihilfe zur Zuhälterei.

Foto: PHOTOPQR/VOIX DU NORD /picture a/MAXPPP

Von etlichen Fotografen wurde der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in Lille erwartet.

13 Bilder

Der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn (62) steht als Verdächtiger in einer Callgirl-Affäre erneut im Visier der französischen Justiz. Nach einer Vorladung der Ermittlungsbehörde begab er sich am Dienstag in Lille in Polizeigewahrsam, um seine Aussagen zu machen. Er fuhr in einem Wagen mit getönten Scheiben vor.

Es geht bei dem Verhör vor allem um die Frage, ob er bei seiner Teilnahme an gesponserten Sex-Partys wusste, dass die Teilnehmerinnen Prostituierte waren. Sollten die Ermittler Hinweise darauf finden, droht Strauss-Kahn eine Anklage wegen Beihilfe zur Zuhälterei.

Prostituierte sollen bis zu 1600 Euro für Partys erhalten haben

Die zweite Frage bei der Vernehmung ist die Finanzierung der Sex-Partys. Sie wurden von zwei Getreuen des 62-Jährigen organisiert – einer von ihnen rechnete sie über seine Firma ab. Sollte Strauss-Kahn über diese Machenschaften informiert gewesen sein und illegale Gegengeschäfte in Aussicht gestellt haben, droht ihm eine Anklage wegen Veruntreuung.

Den Prostituierten waren nach Medienberichten 500 bis 1600 Euro für Partys in Paris und New York gezahlt worden. Der Polizeigewahrsam bei einer Vernehmung kann bis zu 48 Stunden dauern. Strauss-Kahn hatte selbst seit Monaten darauf gedrängt, zu dem Fall befragt zu werden.

Er musste im vergangenen Jahr von seinem Posten als Chef des IWF zurücktreten, nachdem ihm versuchte Vergewaltigung eines Zimmermädchens in einem New Yorker Hotel vorgeworfen worden war. Auch seine politische Karriere in Frankreich wurde gestoppt – lange hatte er bei den Sozialisten als aussichtsreicher Herausforderer von Nicolas Sarkozy bei den Präsidentenwahlen in diesem Jahr gegolten.

Das Strafverfahren in den USA wurde wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens eingestellt .

Quelle: dpa/AFP/mak
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