25.02.13

Managergehälter

Daimler-Chef Dieter Zetsche bekommt weniger Geld

Der Stuttgarter Automobilhersteller fährt einen Rekordgewinn ein. Dennoch haben Konzernchef Dieter Zetsche und seine Kollegen spürbar weniger verdient. Die Gründe sind andere als bei VW.

Foto: dpa

Daimler-Chef Dieter Zetsche muss im Vergleich zum Vorjahr auf Gehalt verzichten
Daimler-Chef Dieter Zetsche muss im Vergleich zum Vorjahr auf Gehalt verzichten

So gut standen Daimler oder Volkswagen noch nie da. Die beiden Konzerne, Aushängeschilder der deutschen Industrie, haben noch nie in ihrer Geschichte so viele Autos verkauft, so viel verdient, wie im vergangenen Jahr.

Das müsste sich eigentlich für die Konzernvorstände ganz besonders rechnen, denn die werden in immer größerem Umfang nach Leistung bezahlt, das Gewicht variabler Gehaltsbestandteile wächst.

Dennoch haben Daimlerchef Dieter Zetsche und Volkswagenchef Martin Winterkorn im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient. Zetsche beispielsweise hat für 2012 ein Grundgehalt und einen Bonus von zusammen knapp 4,9 Millionen Euro kassiert, wie aus dem heute veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht.

Im Jahr zuvor waren es noch 6,1 Millionen Euro. Auch der VW-Chef hat deutlich weniger in der der Kasse. Der Grund für die Rückgänge bei Zetsche und Winterkorn ist allerdings jeweils ein ganz anderer.

Winterkorn hätte mehr bekommen müssen

Bei Winterkorn war es schlicht die Reaktion des Aufsichtsrats auf die Gehaltsdiskussion. Hätte man in Wolfsburg an den bisherigen Vergütungsregeln festgehalten, wäre Winterkorn nach der Rekordfahrt 2012 am Ende auf schätzungsweise 20 Millionen Gesamtvergütung gekommen.

Das wurde bei Volkswagen als "der Öffentlichkeit nicht mehr vermittelbar" betrachtet. Nun bekam er 14,5 Millionen Euro für 2012, im Vorjahr waren es 17,5 Millionen.

Dieter Zetsche hat neben seinem Grundgehalt und der kurz- sowie mittelfristigen Vergütung von 4,9 Millionen Euro außerdem noch Anteile aus einem zum Teil erst später zur Auszahlung kommenden Aktienoptionsprogramm erhalten.

Damit summierte sich die Vergütung des Daimler-Chefs für 2012 insgesamt auf 8,15 Millionen Euro, nach 8,65 Millionen Euro 2011. Der Grund ist, dass Daimler bei näherer Betrachtung nicht so gut abgeschnitten hat, wie im Jahr zuvor. Das Rekordergebnis kam nur durch den Verkauf der Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zustande.

Gewinnplus resultiert aus Aktienverkauf

Unterm Strich hatte Daimler im vergangenen Jahr 6,5 Milliarden Euro Gewinn gemacht. 2011 waren es sechs Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von acht Prozent. Allein der Verkauf der EADS-Anteile machte davon allerdings 709 Millionen Euro aus.

Ohne diesen Deal wäre der Gewinn also zurückgegangen. Der operative Konzerngewinn aus dem laufenden Geschäft war auf 8,1 Milliarden Euro von zuvor neun Milliarden Euro geschrumpft. Zetsche selbst hatte bei Präsentation der Zahlen eingeräumt, 2012 sein ein "starkes Jahr mit vielen Erfolgen, aber auch mit erkennbarem Verbesserungspotenzial" gewesen.

Letzteres macht sich nun bei der Vorstandsvergütung bemerkbar. Bei unveränderten Grundgehältern kassierte der Daimler-Vorstand im vergangenen Jahr insgesamt 27,3 Millionen Euro, 2011 waren es 28 Millionen Euro.

Erneuter Rückschritt für Zetsche

Für Dieter Zetsche, der mehr als doppelt so viel wie jedes andere Daimler-Vorstandsmitglied pro Jahr erhält, ist es bereits der zweite Rückschritt beim Gehalt. 2010 hatte der seit 2006 an der Konzernspitze stehende Manager mit 8,69 Millionen Euro noch etwas mehr als im Vorjahr verdient.

Ein Grund dafür ist, dass die langfristigen Gehaltsbestandteile immer wichtiger werden. Diese Regelung soll weiter verschärft werden, hieß es bei Daimler.

Trösten kann sich Dieter Zetsche, der als erster Vorstandsvorsitzender seine Bezüge offengelegt hatte, allerdings mit zweierlei: Zum einen verdiente er in seinem ersten Jahr als Daimlerchef gerade mal 3,75 Millionen Euro.

Und mehr als acht Millionen Salär ist ja nicht gerade schlecht. Zumal wenn man in berücksichtigt, dass der Deutsche Aktienindex seit 2006 pro Jahr im Schnitt um fünf Prozent zulegt hat, die Daimler-Aktie dagegen im Schnitt um 3,42 Prozent.

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